Donnerstag, 21. August 2014

Süßer Plattschatten.

Gibt es eigentlich Modetrends auch bei Obst und Gemüse? Ich meine doch, da einiges zu entdecken. Nach Jahren der gefeierten Fertigprodukte wurde es in den neunziger Jahren wieder en Vogue selbst und frisch zu kochen. Ich kann mich an die Cocktailtoatenschwemme auf dem Markt erinnern und an das Basilikum, das als neuer Küchenheld gefeiert wurde. Abgelöst wurde es dann von der Rauke, die auf einmal nach Jahrzehnten des kompletten Ignorierens als hipper Rucola wieder in aller Munde war.  Irgendwann kam dann der Ingwer, die Mango, die Papya und der Granatapfel, die nackige Nektarine löste den pelzigen Pfirsich fast komplett ab und vor ein paar Jahren kamen die ersten Weinbergspfirsiche in die Supermarktregale. Es war zu erwarten, dass auch die nackige Variante nicht lange auf sich warten lassen würde und seit letztem Jahr sind also auch sie in die Regale eingezogen - die Plattnektarinen. Plattpfirsiche schmecken anders als runde, und was ist mit den Nektarinen? Hier ist der Unterschied nicht wirklich so groß, weshalb ich sie eher für eine Modeerscheinung halte. Nichtsdestotrotz machen sie sich gut im Licht- und Schattenspiel der Hochsommerküchensonne und werden in den nächsten Tagen auch noch einen anderen Auftritt hier haben...





Wie wäre es bis dahin mit Nektarinenküchlein? Oder Nektarinen im Salat? 
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Dienstag, 19. August 2014

Augusttisch . Die zitierte Sonne

Ist es Zufall, dass die Sonnenblumen ausgerechnet im August blühen, wenn die Sonne mit all ihrer Hochsommerkraft am Himmel steht? Ich glaube, das ist volle Absicht. Keine Blume repräsentiert für mich den August besser, keine auch besser einen Sommer auf dem Land und keine ähnelt der Sonne mehr. Und wenn man eben den Sommer in der Stadt verbringt, dann kann man sich dieses Gefühl ein kleines bisschen auch dorthin holen, indem man sich die Sonnen im Kleinformat in die Wohnung trägt. Dass diese mächtige Pflanze, diese Farbe, dieses Strahlenrad, all diese Kerne und der mastige Stiel aus einem winzig kleinen Sonnenblumenkern wachsen können, ist für mich immer wieder ein Wunder. Wo war all diese Biomasse versteckt? Nur aus der angelegten Idee in einem Samenkorn von nicht mal 1g Gewicht wächst mit Hilfe von Wasser und Sonnenlicht diese mannshohe, gewaltige, kiloschwere Blume. Wunderbare Natur und für mich ein Sinnbild für die Möglichkeiten, die in jedem von uns stecken.










Die Craquelée-Vase ist ein Erbstück von meiner Oma, die früher bei der Karlsruher Majolika gearbeitet hat. Die Holzschälchen aus Ahorn sind alt und doch neu eingezogen aus dem Gebrauchtwarenkaufhaus. Mit Sonnenblumen versorgt mich ein Selbstpflückerfeld im Nürnberger Knoblauchsland.
Und der kleine Bergsee? Dem geht es prächtig - er schmückt jetzt mein Schlafzimmer. 

Viele verschiedene Monatsansichten versammelt auch im August  Tabea am Zwanzigsten zum 12tel Blick bei sich. Meine anderen Monatstische findet ihr  > hier.



Monatstische 2014

April ° Mai ° Juni 
Juli ° August
  Monatstisch August, Sonnenblumen, Raku, Craquelée Vase, Holzschalen, Holzschälchen, Tischdeko August, Blumen Hochsommer

Sonntag, 17. August 2014

Lillachtal.

Lust auf einen Sonntagsausflug in die Fränkische? Wie wäre es zum Beispiel mit... Reisterrassen? Gibts nicht in Franken? Gibts doch. Nur ohne Reis. Kurz hinter Erlangen geht es scharf rechts und dann über Gräfenberg und Weißennohe nach Dorfhaus. Von dort aus ein kurzer Fußweg durchs Dorf, vorbei an Gärten, Gänsen, Bienenhaus und satten Wiesen immer an der Lillach entlang bachaufwärts bis zur Quelle. Ähnlich wie bei der Steinernen Rinne von Rohrbach wäscht das Kohlendioxyd im Wasser der Lillach den Kalk aus dem Gestein im Berg und lagert ihn auf dem Moos wieder ab, so dass sich im Lauf von Jahrhunderten große Sinter-Terrassen gebildet haben, über die das Wasser durch das Lillachtal fliesst. Fliessendes Wasser symbolisiert für mich immer reine Lebendigkeit, ist in seiner direkten Umgebung die Natur doch immer grün, prall und voller Leben, selbst wenn der Hochsommer drumherum schon alles in staubige Starre hat fallen lassen.




Überwachsene Sinterterrassen  °  Nebenquelltöpfchen



Fruchtstand des Aaronstabs.
Jetzt im Hochsommer führt die Lillach nur sehr wenig Wasser, was zu dem bizarren Umstand führt, dass das Wasser streckenweise einfach verschwindet und erst viele Meter weiter wieder aus dem Bachbett emportritt. Wasserzauberei. Der niedrige Wasserstand bewirkt auch ein momentan fast komplettes optisches Verrschwinden der Terrassen in der Vegetation, die sich auf den Kalktuffdämmen gebildet hat. Ein bisschen kann man sie gerade erahnen. Deshalb empfiehlt sich diese kleine Wanderung auch im Frühjahr, wenn die Terrassen noch bewuchsfrei sind.
An der Quelle angekommen, sieht man das Wasser einfach unter einem großen Baum wie aus einem Mund herausfliessen - gerade so, als wäre dieser Baum die Quelle selbst.





Quellaustritt der Lillach.

Auf dem schattigen Wanderweg geht es, begleitet von gigantisch großen Mosaikjungfern - die sich leider nicht für ein Foto still hinsetzen wollten - zurück über die Wiesen nach Dorfhaus, nicht ohne sich kurz vorher noch an der Milchtankstelle zu versorgen und im Biergarten "Zum Lillachtal" zu stärken. 

Weidenröschen.

Gänse unter Hibiskus.

Die Zwetschgen am Wegrand... waren leider noch nicht reif.

Blutweiderich, Pfefferminze und Johanniskraut.
Ein schöner kleiner Ausflug in der Fränkischen Schweiz, der sich sicherlich besonders im Frühjahr lohnt - bevor die Vegetation ihr grünes Tarnmäntelchen über den Sinterterrassen ausbreitet...
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Samstag, 16. August 2014

In heaven No. 126 - nach der Abendsonne

Das Ende eines Abendsonnenspaziergangs.

Ost.

West.
Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
Bitte ein Himmelsbild und nicht das Profilbild oder andere themenfremde Bilder des Blogposts verlinken und bei "Linktitel" nur euren Blognamen in die Zeile schreiben, nicht den ganzen Posttitel - sonst wird die Linksammlung zerhackt.
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Donnerstag, 14. August 2014

Abendsonne.

"Lass uns noch eine Runde drehen." Was für unterschiedliche Gefühle ein solcher Satz doch auslösen kann. Hier in der Stadt würden mich keine zehn Pferde dazu kriegen, abends noch eine Runde um die Häuser zu drehen. An einem schönen Ort aber, da liebe ich die letzte Runde des Tages, wenn die Sonne sich langsam senkt, ihre Schatten länger und länger wirft und alles in ein goldenes, sattes Licht taucht. Der Waldboden ist lichtgeflutet, als hätte jemand einen großen Eimer Sonnenlicht mit Schwung hineingeschüttet, während  Lichtpunkte an den Stämmen tanzen.  Man kneift die Augen zusammen und fragt sich unwillkürlich, ob das wirklich alles Insekten sind, die da im goldenen Gegenlicht tanzen, oder ob nicht doch kleine Elfen... Abendsonnenstreiche. Wenn die Wolken sich langsam gelb und rosa färben, die Strahlen langsam das Gras nicht mehr erreichen und der erste Tau der beginnenden Abendkühle alle Geräusche nach und nach schluckt, weil der Tag sich jetzt zur Ruhe begibt, dann stehe ich im feuchten Gras und weiß, dass es keinen perfekteren Abschluß für meinen Tag geben kann.



Abendsonne

Betrachtet, wie in Abendsonne-Glut
Die grünumgebenen Hütten schimmern!
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O ! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ich säh’ im ew’gen Abendstrahl
Die stille Welt zu meinen Füßen,
Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
Den Silberbach in goldene Ströme fließen...

(Auszug aus dem Gedicht "Abendsonne" von Johann Wolfgang von Goethe, 1790)
 




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Dienstag, 12. August 2014

Kässpatzen . Chäschnöpfli . Käsespätzle . Kasnockn

Meine Liebe zu Kässpatzen ist schön älter als meine Liebe zum Allgäu, hab ich sie doch schon gerne gegessen, bevor ich dort das erste Mal in Urlaub war. Im Skilager in der 8. Klasse ist das wohl gewesen - und das fand in Südtirol statt und nicht im Allgäu. Aber als Skihütten- und Almessen war dieses traditionelle Alpengericht schon damals weit verbreitet und so kam ich damals auch zum ersten Mal in den Genuß. Heute fahre ich nicht mehr Ski und esse Kässpatzen nicht mehr in Restaurants, sondern zuhause, denn sie sind zwar etwas zeitaufwändig, aber einfach selbst zu machen. Bezüglich des Zeitaufwandes hatte ich mich dewegen an meinem Geburtstag auch mal wieder verkalkuliert und war noch kräftig am Schaben, als schon die Gäste vor der Tür standen. Macht aber nix, das bringt mich heute auch nicht mehr aus dem Konzept - wird eben etwas später gegessen und auf Kässpatzen lohnt sich das Warten allemal...



Allgäuer Kässpatzen (für ca. 4 Personen)

Zutaten:

500g Spätzlemehl, 3 Eier, Wasser, Salz, 250g geriebener Bergkäse, 3 Zwiebeln, Butterschmalz
Langes Holzbrett, Teigschaber

Spätzlemehl gibt es hier bei uns in jedem Supermarkt. Wer kein Spätzlemehl bekommt, der kann auch 405er Mehl mit Grieß mischen - so bekommen die Spätzle auch mehr Griffigkeit. Nur aus ausgemahlenem Mehl mag ich die Konsistenz nicht, sie sind dann so pappig.

Zubereitung:

Mehl, Eier, eine gute Prise Salz und etwas Wasser zu einem sehr zähflüssigen Teig verarbeiten. Dem Teig mit einem Holzkochlöffel so lange in der Schüssel Luft unterschlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. In einem sehr großen Topf viel Salzwasser zum Kochen bringen. Eine große Schüssel mit Wasser bereitstellen und ein Holzbrett darin nass machen. Eine kleine Portion Teig mit dem Schaber aus der Schüssel nehmen, auf das nasse Holzbrett streichen und mit dem Schaber in Miniportionen in das siedende Wasser schaben. Das funktioniert prima, wenn man das Ende des Holzbretts dicht über das siedende Wasser hält und den Schaber bei jedem Abstreichen dort kurz eintaucht - so bleibt beides warm und nass und der Teig bleibt nicht daran kleben. Jede Teigportion im Wasser 30 Sekunden aufkochen lassen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und in eine gebutterte Auflaufform füllen. Darauf kommt eine Schicht geriebener Käse, dann wieder eine Schicht Spätzle, usw. Die Schüssel anschließend in den auf 100°C aufgewärmten Backofen schieben. Die Zwiebeln pellen, in Ringe schneiden oder hobeln und in Butterschmalz goldbraun braten. Die Zwiebeln zusammen mit dem Butterschmalz über die Kässpatzen gießen, noch etwas Schnittlauch dazu und ab auf den Tisch mit der ganzen Form.

Dazu passt am besten ein kaltes Bier und ein gemischter Salat, der den Kässpatzen genug Alibi gibt, um die Kalorien vergessen zu lassen, die sie direkt auf die Hüften tragen. Hier war es Romanasalat mit Gurken, Rauke, Radieschen, Paprika, Kresse und Johannisbeeren.

Wohl bekomms!
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