Donnerstag, 17. April 2014

Zimperliesenflieder.

Mein Flieder ist eine Zimperliese. Vielleicht liegt es daran, dass er in einem Topf wachsen muss und diese Beschränkung seiner Freiheit nicht hinnehmen möchte ohne ein Statement zu setzen, dass Flieder zum Blühen in die Freiheit gehört. Er mag trotz Rückschnitt nicht wirklich so üppig, wie ich mir das wünschen würde und auch der milde Winter und angemessener Dünger konnten ihn dieses Jahr nur zu fünf sehr zierlichen Blütendolden überreden. Aber immerhin. Und damit ich als Bürositzer auch etwas davon habe, habe ich mir die paar Blüten in die Wohnung geholt. Aber duften, das können sie.







Fliederausbeute 2012 // Fliederausbeute 2013

Alte Holztruhe: vom Sperrmüll
Flasche: Flohmarkt
Schale aus Gardinenringen: D.I.Y.
Lila Flieder, Flieder, Blumendeko im Frühling, Fliederbusch, Lila, Zartlila, Blasslila, Upycling, alte Gardinenringe, Redesign, Reuse, Recycling, Sperrmüll

Dienstag, 15. April 2014

Der zerknüllte Osterhase.

Wenn man Papier zerknüllt, dann ergeben sich daraus manchmal skurrile Formen. Mit der Wirkung von Licht und Schatten wird dieser Effekt noch verstärkt und wenn dann noch etwas Phantasie dazukommt, wachsen daraus Tiere, Berge und ganze Landschaften. Als ich nachts am Zeichentisch saß, die Berge aus zerknülltem Skizzenpapier betrachtete und dabei über Ostern nachdachte, sah ich einen Hasen. Ein kleines, verkrümpfeltes Langohr. Leider wurde es von einem kleinen Tiger davongetragen und ward nicht mehr gesehen. Das Bild in meinem Kopf, das blieb. Also nahm ich mir den Dürer-Hasen zum Vorbild und legte graue Flächen auf seinen Körper, bis daraus ein zerknüllter Papierhase wurde. Der wird jetzt zu ein paar lieben Menschen hoppeln und zwar keine Eier, aber Ostergrüße vorbeibringen.






Wer meinen zerknüllten Papierhasen gerne auch bei sich hoppeln lassen würde, kann ihn sich im Folgenden herunterladen und gerne für private Zwecke ausdrucken. 
Ein Klick auf das Bild macht es groß, mit einem Rechtsklick könnt ihr die Grafik auf eurem Rechner speichern. Viel Spaß damit!


Hase weiß - 10 x 15cm
Hase grau - 10 x 15cm


Hase mint - 10 x 15cm



4x Hase weiß - 10 x 15cm - DIN A4



Weitere Ideen von mir für Ostern findet ihr > hier.
Mein Krümpfelhase hoppelt heute auch noch beim Creadienstag vorbei.
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Montag, 14. April 2014

Was bedeutet schon gewöhnlich? Reloaded.

Wer Hundsblume oder Bettsaicher sagt, meint normalerweise den "gewöhnlichen Löwenzahn". Mit Füssen getretene Wegrandpflanze und vollflächiger Kulturfolger auf stark gedüngten Wiesen, der momentan große gelbe Teppiche in der Landschaft bildet. Gewöhnlich, schon wieder. So gewöhnlich wie er in unserem Umfeld ist, so wertvoll ist er auch. Bei uns wandert er deshalb jedes Jahr in die Küche - als Salat, Gemüse, Brotaufstrich und als Zutat für allerlei süße Gerichte. Gestern wurde es aber nicht süß, sondern herzhaft und so durfte er grünem Spargel und Ziegenfrischkäse Gesellschaft leisten...




Löwenzahn-Spargelpfanne mit Ziegenfrischkäse und Reis

Zutaten:

je 2 Hände voll Löwenzahnknospen und junge Löwenzahnblätter, 500g grüner Spargel, 1 Bund Frühlingszwiebeln, 2 Zehen Knoblauch, ein Becher Ziegenfrischkäse, 1 Tasse Reis, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat, Pinienkerne

Zubereitung:

Löwenzahn und Frühlingszwiebeln waschen, Spargel im unteren Drittel schälen und die Enden kappen. Den Spargel und das Frühlingszwiebelgrün schräg in Stücke schneiden, das Weiße der Frühlingszwiebeln in Ringe. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. Den Reis in Salzwasser aufsetzen.
Die Zwiebelringe und den Knoblauch in Olivenöl andünsten, dann den Spargel dazugeben und 5 Minuten anbraten. Löwenzahnknospen dazugeben, etwas Wasser angießen, salzen, pfeffern, eine Prise Zucker drüber und weitere 5 Minuten schmoren lassen. Wenn der Spargel bissfest gegeart ist, die Löwenzahnblätter und den Reis unterheben und nochmal mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Ziegenfrischkäse in Flöckchen auf dem Gericht verteilen und servieren. 
Eigentlich wollte ich noch angebratete Pinienkerne darüberstreuen, das hab ich aber vor Hunger dann vergessen - die denkt ihr euch einfach dazu. Mandeln oder Walnüsse schmecken bestimmt auch gut dazu, genauso wie etwas kross angebratener Speck. Der Reis kann auch durch Kartoffeln oder Nudeln ersetzt werden, schmeckt genauso gut.
Guten Appetit!




Löwenzahn enthält Bitterstoffe, Vitamin C, Kalium, Eiweiß, Fettsäuren und Mineralstoffe, was ihn zu einem wertvollen Gemüse und Salat macht.
Aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe  wirkt er verdauungsfordernd, harntreibend, entgiftend und entzündungshemmend. In der Volksmedizin wird der Löwenzahn deshalb schon immer bei Verdauungsbeschwerden, Gallensteinen, Rheuma, Husten, Ekzemen und zur Blutreinigung eingesetzt. Nach neuen Studien hemmt das enthaltene Taraxasterol das Wachstum von Krebszellen.
Der Geschmack der jungen Blätter erinnert an Endiviensalat - wichtig ist, sie wegen des Nitratgehaltes nicht von stark gedüngten Wiesen zu sammeln. Deshalb habe ich die schöne Wiese zwar fotografiert, den Löwenzahn für mein Essen aber am Wegrand mitgenommen. Die geöffneten Blüten selbst eignen sich prima, um daraus Löwenzahnhonig, Sirup, oder Gelee zu machen. Bei uns wandern sie auch in Pfannkuchen und auf das Müsli.

Mehr Rezepte mit Wildkräutern und Wildgemüse von Löwenzahn über Holunder bis Knoblauchsrauke findet ihr > hier.
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Sonntag, 13. April 2014

Vom Weg abgekommen.

Termin hier, Deadline dort... immer im Wettlauf mit der Uhr, den Kopf über dem Terminkalender. Schnell, schnell, von einem Ort zum anderen, zum nächsten Ziel, auf der Autobahn des Lebens. Ist das Leben eine Autobahn zwischen zwei Terminen, oder ist es auch ein Weg? Manchmal verliert man diese Frage aus den Augen und dann wird es Frühling und Sommer, dann Herbst und schon ist der Winter wieder da, das Jahr ist rum, das Kind zehn Zentimeter größer und man fragt sich, wo das Jahr eigentlich hin ist und wie viel man davon gesehen hat, wie viel gefühlt. Wie viel gelebt.



Manchmal kommt der Verkehrsfluss auf der Autobahn ins Stocken. Alles steht. Stau. Man kann sich dem Adrenalin ergeben, toben, zetern, Abgase einatmen, es als verlorene Zeit verbuchen und dafür sorgen, dass sich die Falten jedes Mal ein bisschen tiefer eingraben. Oder man sieht einen Stau als Chance an. Die Chance, abzubiegen vom der bekannten, gewohnten Strecke zwischen zwei Zielen und einen neuen Weg einzuschlagen. Erst unsicher ohne Navi, sich nur auf seine Intuition und den Orientierungssinn verlassend und doch mit jedem Kilometer sicherer, dass man den richtigen Weg finden wird und dass der Weg aufregend, spannend, voller Möglichkeiten, Ausblicke und kleiner Wunder ist, auch wenn man ihn noch nicht kennt und darauf nicht so schnell fahren kann wie auf der Autobahn. Dafür hat man Zeit sich umzuschauen und entdeckt dabei Dinge neben der gewohnten Strecke, die einem in all den Jahren verborgen geblieben sind, in denen man diesen Weg unzählige Male so schnell wie möglich zurückgelegt hat, ohne groß rechts und links zu schauen.






Es lohnt sich, gewohnte Wege zu verlassen und sich von seiner Intuition über kurvige Nebensträßchen leiten zu lassen. Womöglich führt dieser Weg nicht zur Erleuchtung, aber zu einem Lächeln auf dem Gesicht, besserem Überblick und einem Reisen voller kleiner Abenteuer. Und wer weiß... vielleicht führt er auch ans Meer.






Abseits des Staus auf der A3 zwischen Dettelbach und Schlüsselfeld.
Wogende Duftwolken im Bienengesumm auf dem Berg und am Meer. Gelbmeer.
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Samstag, 12. April 2014

In heaven No. 108 - April, April.

Er weiß nicht, was er will. Erst Hochsommer, dann Herbst. Gestern dann beides im Wechsel. Was soll man sich beschweren? So isser eben, der der April. Dafür beschert er uns nach endlosem Blau endlich auch mal wieder dramatischen Himmel - mit bleigrauem Wolkengrollen, blendenden Sonnenlöchern und schwefelgelbem Saum. Aprilhimmelstheater.


Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.   
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken. 
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Freitag, 11. April 2014

Was bedeutet schon gewöhnlich?

"Es gibt nichts schlimmeres, als gewöhnlich zu sein."  sagt die aufgedonnerte Nymphe Angela im Film American Beauty, als sie versucht, den Vater ihrer Schulfreundin zu verführen. Was ist so schlimm daran, gewöhnlich zu sein? Manchmal zeugt es deutlich mehr von wahrer Größe und Schönheit, wenn man das Besondere im Gewöhnlichen erkennt, als wenn sich das offensichtlich Schöne als hohl und leblos herausstellt. Die "Gewöhnliche Traubenkirsche" wächst auf vielen Schuttplätzen, an Flussufern und in der hintersten Reihe vieler Strauchbeete um Discounter und Billigmöbelläden. Sie ist ein Lückenfüller und ein anspruchsloser Besiedeler von Orten, denen nicht viel Pflege und Beachtung geschenkt wird. Und doch macht sie sich bemerkbar im Frühling, wenn man mit dem Fahrrad an ihr vorbeifährt, denn sie duftet so betörend nach Honig, wenn sie ihre vielen wie Trauben herunterhängenden Blütendolden öffnet, dass man sie eigentlich gar nicht übersehen kann. Ich finde sie wunderschön.







Zu schön, um ihr nicht einen Soloauftritt im Kristall zuzugestehen.
Mehr Frühlingsblüher sammelt heute Helga für uns ein.

Vasen, Knobelbecher, Auto, Spiegel: vom Gebrauchtwarenhof
Gewöhnliche Traubenkirsche, Frühlingsblüher, Kirsche, Heckenpflanzen, Duftende Bäume, runus padus, Ahlkirsche, Sumpfkirsche oder Elsenkirsche, Paierboot aus altem Atlas, Kristall-Craquelé, Teekanne aus Eisen