Samstag, 13. Februar 2016

In heaven No. 204 - Zwielicht

Und wieder ist es da - das winterliche Nachmittagsblaugrau, bei dem sich der Horizont langsam und zart in aufsteigendes Apricot taucht. Zwielicht. Dort wo sich die beiden Farben vermischen, hört der Tag auf und fängt die Nacht an. Und die, die schleicht sich immer von unten an und überrumpelt den Tag, der sich dort oben noch völlig in Sicherheit wiegt... bis er ihr  - mal völlig friedlich, mal nach brennendem Kampf geschlagen - doch das Feld überlässt. Untergangsszenarien spielen sich da ab. Oder nicht.

Solarberg . Fürth . Atzenhof . Rhein-Main-Donau-Kanal . Schon wieder.


Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.  
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Mittwoch, 10. Februar 2016

Eintopf oder One-Pot?

In Fällen der heftigen Überforderung kam es schon mal vor, dass ich mich zwischen hysterischem Lachen und Heulen nicht so wirklich entscheiden konnte, weil beides in der Situation irgendwie angemessen erschien und gleichzeitig raus wollte. Eine solche Situation war zum Beispiel ein schlimmer nächtlicher Kruppanfall meines damals Zweijährigen, den ich zu lindern hoffte, indem ich ihn auf meinem Arm in die spätherbstliche Winterluft am offenen Fenster hielt, während ich mich aufgrund einer Magen-Darmgrippe und mangels spontaner Alternativlösungen aus nämlichem erbrach... während auf dem Schreibtisch ein unfertiges Projekt vor sich hinlag, das am nächsten Morgen präsentiert werden sollte. Da bahnte sich neben Magenkrämpfen und Bauchgrimmen hysterisches Lachen und Heulen gleichermaßen seinen Weg. 

Wie komme ich da jetzt eigentlich drauf? In den letzten Jahren befällt mich in unregelmäßigen Abständen ein ähnlicher Zwiespalt, wenn auch in abgeschwächter Form, wenn ich in einer Zeitschrift oder in einer Fernsehsendung mal wieder über einen brandneuen Bloggertrend informiert werde - gerne aus Amerika kommend und gerne von einer deutschen Bloggerin als Vorreiterin des neuen, hippen Trends in der deutschen Bloggerszene im Vorabendprogramm präsentiert. Kommentiert werden die einzelnen Arbeitsschritte dann gerne von einem fassungslos begeisterten Moderator mit den Worten "Was? Nicht möglich! Wirklich? Das ist ja unglaublich!". Wenn mein - ebenfalls aus Fassungslosigkeit - abgesunkener Unterkiefer wieder zugeklappt ist, dann frage ich mich jedes Mal, ob das wirklich deren Ernst ist und für wie unglaublich verblödet die Medienwelt ihre Leser und Zuschauer eigentlich hält. Berechtigterweise? Haben heutige Medienbenutzer tatsächlich vergessen, wie man einen Brief von Hand schreibt, wie man alte Dinge wiederverwendet oder einen Eintopf kocht? Haben die Jüngeren davon denn nicht wenigstens Eltern oder Großeltern, die ihnen zumindest davon erzählt haben? Da wird mir bisweilen dann wirklich Bang um den Untergang der Kultur des Abendlandes.

Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Man kann jetzt also furchtbar hip sein und dem brandneuen heißen, kürzlich in Amerika erfunden Bloggertrend des One-Pot-Cooking folgen. Man kann aber auch ganz einfach weiterhin Eintöpfe und Pfannengerichte kochen, wie man das selbst schon immer getan hat. Und die Mutter. Und die Großmutter. Und die Urgroßmutter.
Dafür wirft man entsetzlich hippe Zutaten wie Cale - auch bekannt unter dem Namen Grünkohl - oder auch ganz spießige, altmodische Zutaten - wie zum Beispiel Grünkohl - alle in einen Topf (also in one pot), schwitzt sie vorher vielleicht teilweise noch an, füllt mit Flüssigkeit auf, würzt und lässt alles gar kochen, um das Ganze anschließend in einen Teller (One-Plate?) zu füllen und zu verspeisen. One-Pot. Man könnte natürlich auch Eintopf dazu sagen. Aber dann ist es natürlich nicht mehr jung und hip und bloggertrendy, sondern eher traditionell angestaubt und spießig und heimchenartig. Altmodisch. Und altmodisch - das wollen wir doch alle niemalsnicht sein, nicht war.

Weil mir das aber  - abgesehen von der Faszination des Unbegreiflichen - sowas von schnurzpupsegal ist, koche ich weiterhin Eintöpfe. Und so wanderten auch meine vor Weihnachten eingelegten und endlich gereiften Salzzitronen zu allererst in einen selbigen - der wie so viele meiner Eintöpfe nicht anhand einer sorgsam geplanten und erstellten Zutatenliste entstand, sondern unter dem Zeitdruck des akut aufkeimenden Hungers anhand einer Durchforstung meiner Vorräte und unter Verwendung vieler Reste, die eh weg mussten. Unter altmodischem Eintopfpragmatismus.

Kichererbsen-Eintopf mit Salzzitronen

Zutaten:

1 Dose Kichererbsen, 2 mittelgroße Kartoffeln, 1/2 Salzzitrone, 1/4 Wirsingkohl, 1 Zwiebel, 1 rote Paprika, 1 kleine Chorizo, 1 walnussgroßes Stück Ingwer, 3 Knoblauchzehen, 1/2 Bund Petersilie, Olivenöl, 2 Lorbeerblätter, Salz, Chiliflocken, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

In einer großen Pfanne oder einem großen Topf die kleingeschnittene Zwiebel und den gehackten Knoblauch und Ingwer in Olivenöl anschwitzen und glasig dünsten. In der Zwischenzeit die Kichererbsen abtropfen lassen, den Wirsing in Streifen schneiden, Kartoffeln schälen und klein würfeln, Paprika in Streifen oder Würfel schneiden und die Petersilienstiele kleinschneiden. Die Salzzitrone vierteln, Kerne und Fruchtfleisch entfernen und die Schale in kleine Würfel schneiden. Alles außer der Paprika zusammen mit kleingeschnittener Chorizo und Lorbeerblättern zu den glasig gedünsteten Zwiebeln in den Topf geben, kurz anschwitzen, mit ca. 2 fingerbreit Wasser auffüllen und Deckel drauf. Nach 5 Minuten Kichererbsen und Paprika dazugeben und mit Salz, Chili, Pfeffer und Muskat würzen. Vorsichtig mit dem Salz - die Zitrone bringt davon einiges mit. Deckel wieder drauf. Nach weiteren 5 Minuten die Lorbeerblätter entfernen, nochmal abschmecken und die gehackten Petersilienblätter unterheben.
In einen Teller geben und loslöffeln.

Die Vegetarier und Veganer lassen die Chorizo einfach weg und nehmen dafür etwas mehr Chili - und wer keine Salzzitronen hat, nimmt abgeriebene Zitronenschale und Zitronensaft.
 
Ich war begeistert von diesem wärmenden Winter-Eintopf, der hier jetzt schon mehrmals auf den Tisch kam - mal vegetarisch, mal nicht. Vielleicht wärmt er auch die eine oder andere von euch im derzeitigen Schmuddelwetter.

Das Rezept funktioniert wahrscheinlich auch mit allen anderen Kohlsorten und Hülsenfrüchten, natürlich auch mit getrockneten - nur nicht für mich, denn die müsste man vorher (abgesehen von roten Linsen) einweichen oder sehr lange kochen und dafür bedürfte es etwas mehr Timing, als ich es fürs Kochen aufzubringen bereit bin.
In meinen gesammelten Rezepten finden sich deshalb viele saisonale Eintöpfe und Einpfannen. Überwiegend. Eine Trendbloggerin bin ich deshalb nicht - nur eine abspülfaule, selten vorplanende, improvisierende Spontanköchin.

Jetzt kann ich also One-Pot-Cooking. Hui.
Vielleicht belege ich dann auch bald einen Forest-Walking-Kurs. Und spätestens zu Ostern mache ich mich an der Volkshochschule mit Handlettering vertraut. Um endlich das trendige Schreiben von Briefen mit der Hand zu erlernen. Bin schon ganz aufgeregt.
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Samstag, 6. Februar 2016

In heaven No. 203 - Restschneeblau

Der letzte Schnee im klaren Licht eines späten Nachmittags. Aufgelöst hat er sich inzwischen und ist versickert zwischen den vorsichtig sprießenden Grashalmen der allerersten Frühlingsahnung. Wenn es nach mir ginge, dann wäre es das jetzt gewesen mit dem Winter. Genug der kalten Füsse. Genug.





Solarberg im Fürth-Atzenhof. Wieder.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

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Mittwoch, 3. Februar 2016

Salz auf meiner...... Zitrone.

Immer wenn in den leckeren Rezepten von Micha Salzzitronen vorkommen, werden meine Zähne ganz lang. Seit Jahren. Und immer wieder scheiterte ich daran, dass ich hier nirgends Salzzitronen bekomme. Ende letzten Jahres habe ich beschlossen, dass dieser Umstand jetzt ein Ende haben muss - was man aus Gründen nicht käuflich erwerben kann, macht man eben selber, ne. Viele Herstellungsmethoden und Rezepte hab ich gelesen - mal heiß aufgesetzt, mal kalt, mal mit Zucker oder Gewürzen und Kräutern, mal ohne. Schließlich habe ich mich für eine relativ einfache Variante entschieden, die sich von den klassischen, marokkanischen Salzzitronen etwas unterscheidet. Das Ergebnis mag ich sehr. Jetzt steht der Nachkocherei von Michas Rezepten mit Salzzitronen und dem Erfinden eigener nichts mehr im Wege - und dem Verschenken natürlich auch nicht. Gibt dir das Leben Zitronen... iss sie einfach auf.

Salzzitronen

Zutaten:

1.250 g Rohrohrzucker, 250g Meersalz, 12-18 Bio-Zitronen, je nach Größe, 3 Einmachgläser zu 1 Liter

Zubereitung:

Die Einmachgläser sehr heiß ausspülen. 1kg Rohrohrzucker in 2 Litern Wasser aufkochen. 250g Salz mit 250g Zucker vermischen. Die Zitronen waschen und kreuzweise bis fast auf den Stielansatz einschneiden, so, dass sie noch zusammenhalten. Dann die Kerne herauspopeln. Das ist etwas nervig, aber ich verspreche euch, die Arbeit lohnt sich - beim letzten Glas war ich zu faul und die Zitronen wurden gallenbitter. Also doch besser die Kerne entfernen. Die Zitronen auseinanderdrücken und mit der Salz-Zucker-Mischung füllen. Mit der offenen Seite nach oben ganz eng in zwei Einmachgläser setzen. Ruhig etwas stopfen, damit sie nicht nach oben schwimmen. Den Rest der Salz-Zucker-Mischung darüberstreuen und mit dem sehr heißen Sirup randvoll auffüllen. Sofort verschließen.
Jetzt müssen die Salzzitronen an einem dunklen Ort mindestens noch 8 Wochen reifen, bevor sie richtig intensiv im Geschmack und entsprechend lecker sind.



Verwendung: 

Die Salzzitronen mit einer sauberen Gabel entnehmen (Glas gleich wieder verschließen), das mumifizierte Fruchtfleisch entfernen und die Schale in Würfel schneiden. Die Zitronenschalenwürfel können jetzt als Würzzutat zu unglaublich viele Gerichten gegeben werden, bei denen man sonst vielleicht Zitronensaft verwenden würde. Beim Salzen der Gerichte sehr aufpassen - die Zitronen bringen viel Salz mit. Soooo lecker an orientalischen Gerichten, an asiatischen, an Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten und Gemüse. Angeblich auch an Süßspeisen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert... das kommt noch. Ich bin angefixt.

Tipp: Micha schrieb in einem Rezept, man soll keine Teile der Zitronen wieder ins Glas zurück geben, weil die Zitronen sonst schnell verderben. Und weil sie Ahnung hat, solltet ihr das mal besser glauben.

Nächste Woche verrate ich euch, was ich als erstes damit gekocht habe - und nein, es war keins von Michas Rezepten, da ich wie so oft spontan improvisiert habe, als der Hunger plötzlich angeklopft hat und mir die Salzzitronen in der Truhe wieder einfielen. Allerdings war auch das Zufallsgericht so lecker, dass es gleich zum Küchenklassiker in den Raumfeetöpfen avanciert ist.
Hach... endlich Salzzitronen.

verlinkt mit:
Creadienstag
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Samstag, 30. Januar 2016

In heaven No. 202 - Tagmond

Meistens schenken wir dem Mond ja nur Beachtung, wenn er uns am nächtlichen Himmel begegnet und uns den Heimweg erhellt. Dabei ist er ja eigentlich immer da und nur mal mehr, mal weniger gut zu sehen. Kurz vor der Abenddämmerung hat man dann beides am selbem Himmel - den Mond im Osten, die Sonne im Westen. Also nicht "entweder oder", sondern, wie bei so vielem anderen auch, immer "sowohl als auch" - weil das eine ohne das andere nicht vollkommen wäre und weil eine Sache niemals nur schwarz oder weiß ist. In Zeiten, in denen es nur noch "entweder oder" zu geben scheint, schaut der Mond über den Tellerrand und die Sonne auch, denn sie teilen sich einen Himmel. Friedlich. Tröstlich, dass diese beiden sich darin zumindest niemals beirren lassen.


Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss’ner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer grünen Kiste,
die rot angestrichen war.

Neben ihm ’ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.  

(Urheber unbekannt)

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

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Dienstag, 26. Januar 2016

Spatzenjanuar.

Spatzenjanuar

Weiß steht der Wald, sagen die Spatzen,
und es ist kalt, sagen die Spatzen.
Doch Eis und Schnee, sagen die Spatzen,
tun uns nicht weh, sagen die Spatzen.
Im Federkleid, sagen die Spatzen,
sind wir gefeit, sagen die Spatzen.
Doch eins tut not, sagen die Spatzen:
Ein bißchen Brot, sagen die Spatzen.

(James Krüss)

 
Katzenjanuar

Kommt nur herein, sagen die Katzen,
wir laden euch ein, sagen die Katzen.
Der Tisch ist gedeckt, sagen die Katzen,
wir bleiben versteckt, sagen die Katzen.
Ihr könnt uns vertrauen, sagen die Katzen,
wir wollen nur schauen, sagen die Katzen.
Aber wenn die Scheibe nicht wär, sagen die Katzen,
dann wärt ihr nicht mehr, sagen die Katzen...

(Raumfee)

Hat James Krüss euch auch durch eure Kindheit begleitet? Für mich wird er immer unvergessen bleiben - wegen Tim Thaler und wegen der achthundertsiebenundneunzig Mal (mindestens), die ich vor noch nicht allzu langer Zeit Henriette Bimmelbahn vorlesen musste.
"Henriette heißt die nette, alte, kleine Bimmelbahn. Henriette, Henriette fuhr noch nie nach einem Plan."
Geht immer noch aus dem Effeff - auch im Schlaf, nachts um halb drei. Spatzen im Winter, fellmädchen am fenster, Katzen beobachten Vögel, Vogelhäuschen, Vögel Füttern im Winter, James Krüss, Katzenkino

Samstag, 23. Januar 2016

In heaven No. 201 - Goldfluss

Unterwegs stadteinwärts im Fürther Nordwesten. Der letzte Termin des langen Tages ist gerade vorbei, das Thermometer fällt immer tiefer unter den Gefrierpunkt. Der Rauch der Kamine steigt langsam und schnurgerade in den klaren, blaugrauen Himmel, während die Schatten immer länger werden und sich der Horizont langsam golden verfärbt. Intuitiv halte ich am Straßenrand. Den Mantel nochmal enger um mich gezogen, vergrabe ich die Hände tief in den Taschen und stapfe den Weg aufwärts. Aus meinem Atem bilden sich flüchtige Wolken und unter meinen Stiefeln knarrt der Schnee. Nicht viel hat es geschneit, gerade genug, um die Landschaft mit einem dünnen, etwas brüchigen weißen Tuch zu bedecken. In der tiefstehenden Abendsonne glitzert der Schnee an der Westseite wie Diamantstaub und die Sonne ergießt sich in den Kanal, der glatt wie ein Spiegel aus flüssigem Gold nach Süden fliesst, bis er sich irgendwann, sehr weit entfernt, ins Schwarze Meer ergießen wird. Oben angekommen, hat sich die sinkende Sonne in einen gleissenden Feuerball verwandelt und das dünne weiße Tuch mit Goldspitze durchwebt. Mit ihr folge ich dem Weg wieder bergab zum Wasser, wo ein Frachtkahn in ihrem allerletzten, blutroten Licht fast geräuschlos dahingleitet. Und das Wasser ist zäh wie flüssiges Gold.














 Rhein-Main-Donau-Kanal . Zenngrund . Flexdorf




DIOS MEDIANTE - Mit Gottes Hilfe

21. Januar 2016 . Solarberg Atzenhof . Rhein-Main-Donau-Kanal . Fürther Hafen

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken. Himmel, Fürth, sky, skywatch, Himmelsansichten, in heaven, Himmelsblick, im Himmel, Winterhimmel, Nürnberg, Fürth, Rhein-Main-Donau-Kanal, Abendgold, Goldfluss, Sonnenuntergang, sundown, Sonnenuntergang Solarberg Fürth, Müllberg Atzenhof, Hafen Fürth, Fürther Hafen

Donnerstag, 21. Januar 2016

Wintermädchen.







Aus dem Fenster schauen.
Schlafanfall.
Aus dem Fenster schauen.
Schlafanfall.
Aus dem Fenster schauen.
Schlafanfall.
Aus dem Fenster schauen.
Schlaf...........
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