Dienstag, 25. November 2014

Adventswald 1.0

Die Adventszeit verbinde ich sehr mit Spaziergängen im Wald. Natürlich am liebsten im verschneiten Wald, mit all den schneemäntelchentragenden Tannenbäumen, die bei der kleinsten Berührung ihre weiße Pracht abschütteln, so dass der Schnee hinten in den Kragen rieselt. Mangels Weiß von oben war dieses Vernügen in den letzten Jahren hier leider nur selten möglich. Da liegt es doch nahe, sich in der Adventszeit einen kleinen Winterwald nach Hause zu holen und jeden Tag unter den Tannenbäumen nachzusehen, ob da nicht vielleicht ein kleines Geschenk liegen könnte, dass das Warten auf das Weihnachtsfest jeden Tag zu einer kleinen Freude macht. 



Das braucht man für den Adventskalender:

° 24 verschiedene Schraubdeckelgläser
° weißer Acryllack, Pinsel
° grünes Tonpapier
° Verpackungsseide (z.B. in Geschirrläden oder Möbelhäusern) oder Seidenpapier (Bastelladen)
° Geodreieck, Schneidelineal, Cutter, kleiner Kreisstanzer, Lochzange, Bastelkleber, weißer Lackstift
° grünes Nähgarn
° Schnur
° Süßigkeiten und kleine Geschenke zum Füllen des Kalenders 

Mein Dank geht an die Damen vom Fürther Bastelparadies, die das alte Verpackungspapier aus Lieferungen aufheben und  wiederverwenden... oder in diesem Fall an mich verschenken, damit ich es wiederverwerten kann. :-)

So hab ich´s gemacht:

Die Gläser und Deckel gut spülen und die Etiketten entfernen - das geht am besten, wenn man sie eine halbe Stunde in heißem Spülmittelwasser einweicht. Die Deckel mit feinem Schleifpapier anschleifen und weiß lackieren.
Aus grünem Tonpapier 3 x 24 Dreiecke in 3 unterschiedlichen Größen ausschneiden. Hier waren es...

° 24 Dreiecke mit einer Basis von 4 und einer Höhe von 5cm
° 24 Dreiecke mit einer Basis von 4 und einer Höhe von 6,5cm 
° 24 Dreiecke mit einer Basis von 4 und einer Höhe von 8 cm. 

Beim Anzeichnen der Dreiecke auf dem Tonpapier leistet ein Geodreieck gute Dienste. Die Dreiecke jeweils zu dritt zusammenlegen, so dass sich je 8 "Trios" in jeder Größe ergeben.
Die Dreiecksstapel mit grünem Garn mit der Nähmaschine oder von Hand entlang der senkrechten Mittellinie zusammennähen. Dabei an der Basis beginnen - das ist einfacher - und den Faden dort auch gleich vernähen. Oben kurz vor der Spitze aufhören, damit diese nicht beschädigt wird. Das Garn etwas überstehen lassen. Ein überstehendes Garnende in eine Nähnadel einfädeln, ein Loch zurück auf die andere Seite des Stapels stechen und dort mit dem anderen Faden verknoten. Überstehende Fadenenden oben und unten abschneiden.Das jeweils obere und untere Dreieck des Stapels entlang der senkrechten Mittellinie falten.
Tannenbaum fertig.





Die Kleinigkeiten der Adventskalenderbefüllung in Seidenpapier einwickeln und in den Gläsern unterbringen. Deckel aufschrauben. Mit dem Kreisstanzer aus grünem Tonpapier Kreise ausstanzen und mit den Zahlen von 1 - 24 beschriften. Mit einer Lochzange jeweils ein Loch am Zahlenetikett anbringen. Ein Stück Schnur durch dieses Loch verknoten und das Etikett damit unterhalb des Deckels an das Glas binden. Die Tonpapier-Tannenbäume mit Bastelkleber auf den Glasdeckeln fixieren.
Winterwald fertig!



Als meine Schwester und ich Kinder waren, gab es bei uns zuhause einen roten Wandbehang aus Stoff, auf den meine Mutter Weihnachtsmotive gestickt und kleine Ringe genäht hatte. Daran hingen kleine Süßigkeiten, die meine Schwester und ich abwechselnd am Morgen abmachen durften. Leider ist dieser Adventskalender irgendwann, irgendwo verschollen. Trotzdem gibt es in unserer Familie noch heute einen regen Adventskalenderaustausch und ich freue mich jedes Jahr darauf. Adventskalender gehören für mich zur Vorweihnachtszeit einfach dazu und das Basteln, Befüllen und die Heimlichteuerei sind genau richtig, um diese Zeit einzuläuten.
Und wo steht der kleine Tannenwald-Adventskalender nun? Er macht eine große ökumenische Geste und wächst meiner Schwester´s Buddha zu Füssen...


Mehr Adventskalender-Ideen von mir aus den vorigen Jahren findet ihr > hier.
Mehr Upcycling-Ideen > dort.

verlinkt mit: Creadienstag 
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Sonntag, 23. November 2014

Stadtwaldfeuer.

Wenn das Herbstfeuer den Fürther Stadtwald in Brand setzt, dann muss ich mindestens einmal hinauf auf den Turm der Alten Veste in Zirndorf, um mir das ganze Spektakel von oben anzuschauen. Lodernder Herbstwald bis zum Horizont und in die andere Richtung zumindest bis an die Stadt heran. Ein wundervoller Flächenbrand mit Feuerwerk, der keinen Schaden anrichtet und an dem man sich zwar nicht die Hände, dafür aber die Seele an einem klaren, kalten Novembermorgen wärmen kann. Inwendig warm für den ganzen restlichen Tag.














Der Aussichtsturm der Alten Veste thront inmitten eines wunderbaren Laubmischwaldes auf dem Rosenberg über Zirndorf auf den Resten einer alten Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert. Nach 162 Stufen gibt es einen kostenlosen Blick weit über die Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen und nach Western über den Fürther Stadtwald in den Landkreis Bad Windheim. Ab und zu brauche ich diesen Überblick von oben. Und Ihr? Wo verschafft ihr euch heute den Überblick?

Wie es im Winter von dort oben aussieht? So.

Verlinkt mit Marias Sonntagsfreuden.
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Samstag, 22. November 2014

In heaven No. 140 - königliche Orientierungslosigkeit

Wären die Heiligen drei Könige heute und nicht vor knapp zweitausendvierzehn Jahren unterwegs gewesen, um den gerade geborenen Heiland zu finden und ihn zu beschenken, sie wären wohl jahrelang orientierungslos durch die Wüste geirrt und nie am richtigen Ziel gekommen. Im Jahre Null war ein leuchtender Schweif am Himmel noch eine so große Seltenheit, dass sie dem einen entspannt folgen und sich sicher sein konnten, unter ihm den Stall in Betlehem zu finden. Wo würden die Weisen aus dem Morgenland mit dieser Navigationsmethode wohl heute samt Gold, Weihrauch und Myhrre landen? Nirgendwo vermutlich, denn bei so vielen leuchtenden Schweifen am nächtlichen Himmel hätten sie wohl nicht gewusst, wohin die Reise gehen muss...
 



Freitäglicher Abendhimmel über Fürth-Unterführberg. 


Wer sich bewusst machen möchte, wie viele Flugzeuge dort oben am Himmel über uns gleichzeitig herumschwirren, der kann sich das zum Beispiel > hier anschauen. Ein Zoom über Deutschland löst zumindest bei mir Beklemmungen aus. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg kann man dabei fast schon beglückwünschen. Zumindest, so lange das mit dem neuen Flughafen... und so. 

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
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Donnerstag, 20. November 2014

Novembertisch . Der heimelige Wald

Herbstwald ist mir in jedem Jahr eine ganz besondere Freude. Der feuchte Geruch von Bäumen, Erde, Moos, Holz und Pilzen freut meine Nase so sehr, wie sie das Gegenteil foltert. Selbst im Spätherbst, wenn die Laubbäume sich schon fast komplett nackig gemacht haben, liebe ich den Wald mit seiner feuchten Kühle und der Weichheit unter den Füssen. Jetzt dominieren die immergrünen Nadelbäume, das Moos und die Heidelbeersträucher mit ihrem satten dunklen Grün und ihrer spröden Stacheligkeit. Abwehrend und anziehend zugleich. Bald werden die ersten Winterbäume gefällt und dann gesellt sich der Geruch von Harz und Kiefernnadeln dazu und wird mich ein weiteres Mal in den Wald locken, um Zweige für den Advent nach Hause zu holen. Vorerst gebe ich mich mit einer kleinen Fichte und etwas Moos zufrieden, um einem kleinen Reh Unterschlupf zu bieten im heimeligen Wald. Heimwald.
 










Viele verschiedene Monatsansichten versammelt auch im November wieder Tabea zum 12tel Blick bei sich. 
Bei Helga treffen sich freitags die Freunde der Floristik.
Meine anderen Monatstische findet ihr  > hier.
 


(Ein Klick auf den Monat führt euch zum entsprechenden Post)
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Dienstag, 18. November 2014

Astnotizen.

Kommt ihr mit leeren Händen aus dem Wald zurück? Es gibt ja sehr gut zivilisierte Menschen, die gehen nur nach draußen, um dort spazieren zu gehen, aber sie verspüren keinerlei Drang alles Mögliche vom Boden aufzuheben und heimzutragen. Wenn sie etwas Schönes haben möchten, dann kaufen sie es einfach. Und dann gibt es die anderen. An denen ist die Evolution in gewissen Bereichen irgendwie gescheitert, die fühlen sich bei fast jedem Wetter draußen wohler als drin, ziehen den Wald und die Stille jeder Bar und Stadtgeräuschkulisse vor und können das Jagen und Sammeln, das Wühlen in der Erde und das Herstellen von Dingen einfach nicht lassen. Der urzeitlich-archaische Genpool ist in manchen Menschen wohl hartnäckiger als in anderen und verweigert sich jeder fortschrittsgerechten Mutation und Aberziehungsmaßnahme. Er lacht sich über Darwin ins Fäustchen und zwingt uns im voll digitalisierten Onlineshopping-Zeitalter im herbstlichen Wald in Pilzjagdfieber auszubrechen, Stöcke aufzuheben, Beeren zu pflücken und Moos, Zapfen und Blätter in unsere Taschen zu stopfen. So ist das nämlich. Ich kann nichts dafür, die Gene sind schuld.




Dann wird sie nach Hause getragen, die Beute aus dem Wald. Und dann liegen da auch noch all die angefangenen und nie vollgeschriebenen Schulhefte des Kindes aus vier Klassenjahren. Hebt man sowas auf? Die ersten Schreibübungen schon, aber der Rest? Und was ist mit all den unbeschriebenen Seiten? Einfach ins Altpapier? Das gibt doch noch prima Notizzettel. Und damit die nicht überall rumfliegen und dann auch nie da sind, wo man sie sucht und braucht, benötigt man auch noch einen Halter für die Notizzettel. Ah... genau... da kommen jetzt die Äste ins Spiel.



Man benötigt:

° einen schönen Ast (Treibholz wäre toll, dann spart man sich das Entrinden und Schleifen)
° unbeschriebene Heftseiten aus alten Schulheften
° 2 Stück Buchringe (Bastelladen), 2 Schrauben
° Schleifpapier 60er und 100er Körnung
° Schnitzmesser, Cutter, Lineal, Locher, Bohrmaschine mit 4mm-Bohrer, zwei Schrauben, Schraubendreher

So hab ich´s gemacht:

Die Äste mit einer Säge oder durch Brechen auf die richtige Länge bringen, dann die Rinde mit einem Messer abschälen. Den Ast mit Schleifpapier glätten. Ausprobieren, wie er am besten aufliegt. Im Bereich des späteren Notizzettelblocks sollte er etwas vorgewölbt sein, da sonst nach dem Festschrauben am Untergrund die Ringe schräg klemmen. Den Ast an zwei aufliegenden Stellen mit der Bohrmaschine durchbohren (4mm) und die Bohrlöcher ansenken.
Die unbenutzten Seiten aus den Heften herausreissen und mit einem Papierschneider (oder Lineal und Cutter) auf das gewünschte Maß bringen. Bei mir ist das etwas weniger als DIN A6. Alle Zettel möglichst gleichmäßig lochen.
Die Buchringe durch die Notizzettellochungen führen und auf den Ast auffädeln. Den Ast mit zwei Schrauben am Untergrund festschrauben. Darauf achten, dass die Ringe nicht festklemmen. Wenn der Ast an der Wand montiert werden soll, mit der Bohrmaschine Löcher vorbohren und Dübel benutzen. Beim Festschrauben auf Holz entfällt das.
Wenn die Zettel aufgebraucht sind, einfach die Ringe öffnen und neue Notizzettel anbringen.
Sollte ich jetzt noch jemals einen Notizzettel suchen, dann... bin ich selber Schuld.




Mehr Upcycling-Projekte von mir findet ihr > hier.
Ihr braucht Ideen für Adventskalender? Dann schaut doch mal > dort.
Meine Astnotizen wandern heute auch noch zum Creadienstag.
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