Mittwoch, 19. Juni 2013

Optimum sem in mundo.

Ha, das musste jetzt sein. Für mich als alte Lateinerin, die heute noch keine Ahnung hat, wie sie ohne Lateinkenntnisse zum kleinen Latinum gekommen ist und deren letzte Extemporale in Latein eine Sechs mit acht Minus war. Ja, ich hatte einen Lateinlehrer, der war nicht damit einverstanden, dass die Notenskala bei Sechs aufhört und dass es zu "hat definitiv aber sowas von gar keine Ahnung" keine Negativsteigerung mehr gibt. Also hatte ich eine 14 in Latein, zumindest in Extemporalen. Und weil ich gerade jeden Abend aus einer Geschichte vorlese die im alten Rom spielt und in der viel Latein gesprochen wird, kommt der für mich beste Salat der Welt heute auf Latein daher. Was deutscher Salat mit italienichen Birnen und griechischem Ziegenkäse mit Latein zu tun hat? Absolut nix.
Aber auf vielfachen Wunsch vom Montag kommt hier das Rezept des besten Zufalls-Salates der Welt... auf Deutsch, nicht auf Latein.

Blattsalat mit Birne, Ziegenfrischkäse, Pinienkernen und Zitronenverbene


Zutaten:

1/2 Blattsalat (hier Eichblatt in grün und rot), 1/2 Birne, 1/2 rote Paprikaschote, eine Hand voll Pinienkerne, 3 Rollen Ziegenfrischkäse, eine Hand voll Zitronenverbene, 1 Hand voll Liebstöckel, Olivenöl, Quittenessig (oder ein anderer, heller Essig), Meersalz, schwarzer Pfeffer, Honig

Zubereitung:

Blattsalat und Kräuter kleinzupfen, waschen, trockenschütteln. Birne entkernen und längs in dünne Scheiben schneiden. Paprika waschen, entkernen und in schmale Streifen schneiden. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten.
Alle Salatzutaten außer Pinienkerne, Ziegenkäse und Kräuter auf einem Teller vermischen. Aus Olivenöl, Essig, Salz, schwarzem Pfeffer und Honig ein Dressing anrühren und über den Salat geben. Pinienkerne,  zerkrümelten Ziegenfrischkäse udn Kräuter obendrüber... fertig.

Eigentlich bin ich nicht so der Salatesser. Aber diese Art von Salat kommt jetzt öfter auf den Tisch, denn sie war so unglaublich lecker...
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Montag, 17. Juni 2013

Rückblick.

Eine Woche mit sehr, sehr viel Zeit am Schreibtisch liegt hinter mir, eine ähnliche vor mir. Getragen habe ich die vergangene Woche hauptsächlich die Verantwortung und so blieb wieder keine Zeit sich groß Gedanken über eine ansprechende Eigenperformance zu machen. Das Motto hieß Augen zu und durch, oder wie mein Sohn es nach dem Marathon formulierte, als zwei seiner Klassenkameraden sich darüber stritten, wer nun Klassenbester und wer Zweiter wurde: "Ich bin froh, dass ich überhaupt lebend im Ziel angekommen bin". Manchmal ist das schon ein Sieg.

Gegessen: Weinbergspfirsiche mit Vanille und schwarzem Pfeffer
Gemacht: In einer Stadtbücherei die Bücher im Kinderbereich fliegen lassen

Gegessen: Den besten Salat meines Lebens
Gemacht: Bei der Überarbeitung eines Märchens geholfen, das bald zur Aufführung kommt


Gegessen: Spaghetti mit Brokkoli, Mandeln und Knoblauch
Gemacht: Eine Leselounge eingerichtet

Gegessen: Bauernbrot mit Bärlauchbutter
Gemacht: Meinen Zeichentisch gereinigt (ja, ich rechne und zeichne auch auf der Tischplatte)

Gegessen: Saure Colawürmer... ungesünder gehts wohl kaum, hat aber Suchtpotential
Gemacht: Der Bücherei einen sehr erwachsenen Bibliotheksbereich verpasst.

Gegessen: Reste vom nachgeholten Kindergeburtstag am Freitag
Gemacht: Viele kleine Läufer beim Kidsmarathon angefeuert und Getränke gereicht

Gegessen: Hähnchen und Tomaten mit Kräutern und Ziegenkäse vom Grill mit viel Salat und dazu geröstetes Brot mit Hummus und Bärlauchbutter
Gemacht: Endlich mal wieder 8 Stunden geschlafen und das Grillen im Hof vorbereitet
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Idee zum Getragen-Gegessen-Gemacht-Rückblick - hier heute ohne die Rubrik "Getragen": Fee.
Mehr Kochinspirationen gibt es  > hier bei mir und heute auch bei der Glücksmomente-Katja.

Sonntag, 16. Juni 2013

Wildgarten.

Am letzten Samstag habe ich Euch einen kleinen Vorgeschmack auf einen ganz besonderen Ort gegeben, den ich Euch heute zeigen möchte. Ganz besonders ist er für mich, weil er mich sehr berührt. Berührt wegen der unglaublich schönen Natur die er fasst, aber vor allem wegen dem Herzblut und der Liebe, die in diesem Projekt stecken und die man in jedem Winkel, an jedem Blick, auf jedem Weg spüren kann. Überall sind Höhlen und Geheimnisse versteckt, Waldfrauen und Erdgeister, Märchen und liebevolle Details. Man duckt sich unter Baumriesen, balanciert auf Hängebrücken, summt in Steinen, erklimmt Treppen in Bäumen, entdeckt kleine Tiere von Angesicht zu Angesicht und federt auf Knüppelpfaden im Moor. Wer die Natur und Märchen liebt, der wird auch den Wildgarten lieben... ich tu es.


Von oben ein idyllischer Teich, doch nur ein paar Stufen tiefer bietet sich ein Fischtheater mit Einblicken nicht in ein künstliches Aquarium, sondern in einem lebendigen Weiher.





Auf der Hängebrücke überquert man den sumpfigen Wald und gelangt an die Wiese des Schamanen, der uns in seiner Hütte Unterschlupf vor dem Gewitter bot. Besser hätte die Kulisse für Blitz und Donner nicht sein können... gruseln inklusive.






Baumfeen, Erdgeister, grüne Wasserläufe und eine verschlossene Tür im Felsen... wo mag sie wohl hinführen? Ob ich hätte klingeln sollen...?




Der Wildgarten in Furth im Wald ist ein Ort für Menschen, die sich an den kleinen Dingen und der Natur freuen und sich gerne auf phantasievolle Abenteuer einlassen - denn nur wer genau hinsieht, wird alles entdecken. Diesen Garten, der im strengen Sinn gar kein Garten ist, den haben Menschen geschaffen die nicht nur die Natur lieben, sondern die auch das lieben was sie tun und mit ganzem Herzen dabei sind. Und das spürt man, denn dann wird es gut. 

Meine Begeisterung für Urlaub "zu Hause" ist übrigens ein weiterer Punkt, den viele Menschen an mir eigenartig finden Schließlich sind Flüge doch billig und es gibt so viele tolle Länder auf der Welt... also warum? Ganz einfach: Darum. 

Die Bilder sind vor genau einem Jahr eintstanden. Momentan steht der Wildgarten wie so viele Regionen in Deutschland unter Wasser. Viele Besucher können helfen, damit die Schäden möglichst bald ausgebessert werden können.
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Samstag, 15. Juni 2013

In heaven No. 70 - Federleicht

Federleicht war der Himmel die letzten beiden Tage. Federleichtes Wolkengeschwurbel.


Straußenfederstaubwedel an Himmel. Wolkenspeise.
 
Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.   
Wo war für Euch diese Woche der Himmel? Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel hier zu verlinken.
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Freitag, 14. Juni 2013

Das Abstellgleis blüht zum Nulltarif.

Wenn ich auf der Suche nach etwas Blühendem für meinen Tisch bin, aber die Zeit für einen Ausflug ins Grüne nicht reicht, dann habe ich dafür in der Stadt meine ganz besonderen Plätze. Am stillgelegten Banhübergang findet sich Reseda und Holunder, neben dem Autohändler wachsen Glockenblumen und Kamille, im Wiesengrund Skabiosen und zwischen Discounter und Abstellgleis blüht der Rest.  In diesem Fall hauptsächlich Wiesensalbei, Schafgarbe, Flockenblume, Wiesenkerbel und Hafer. Ein innerstädtischer Geburtstagsstrauß zum Nulltarif. 








Mehr Wildfang findet sich > hier und mehr Freitagsblumen bei Helga Holunderbluetchen.
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Mittwoch, 12. Juni 2013

Eigenartig.

So heisst ein kurzes Gedicht von Erich Fried, das sich mit diesem Wort und der Frage beschäftigt, warum es eigentlich als seltsam angesehen wird, eine eigene Art zu haben. Vor einigen Monaten las ich es bei Julika und seitdem stoße ich immer wieder darauf und werde daran erinnert. Es spukt mir im Kopf herum. Zitieren darf ich das Gedicht leider nicht, aber es ist auch nicht schwer zu finden. Eigenartig ist ein Wort, dass mich schon sehr lange begleitet, denn schon seit meiner Kindheit sind viele Menschen von mir irritiert, weil ich nicht so bin und handle, wie sie es von mir erwarten. Sie finden mich... 

eigenartig.

Gerade bei meinem Rückblick der vorletzten Woche wurde mir das wieder bewusst, als ich sehr viele verwunderte Kommentare über meine Angewohnheit bekam, Sachen die mir gefallen und gut passen möglichst mehrmals zu kaufen. Es gibt auch Menschen die sich daran stören, dass mir Modetrends völlig egal sind, ich meistens schwarz trage, im Winter immer 5 Schichten übereinander wie die kleine Hexe, im Sommer nur ungebügeltes Leinen, von April bis Oktober keine Strümpfe und dafür zu jeder Jahreszeit Strickmäntel. Ich habe 8 davon. Das passt nicht ins Bild, das Menschen sich von meinem Beruf machen und trifft nicht den Geschmack vieler. Sie finden das...

eigenartig. 

Shoppen finde ich anstrengend, ich gebe kaum Geld für Kosmetika aus, trage fast nie Schmuck, gehe nie zum Friseur, telefoniere sehr ungern, rede generell nicht wirklich viel, liebe die Stille, koche fast nie nach Rezept, mache Dinge lieber selbst als jemanden darum zu bitten, lese keine Bedienungsanleitungen, weil ich erwarte dass technische Geräte selbsterklärend sind, drücke mich vor Hausarbeit, habe sehr viel Werkzeug mit dem ich auch umgehen kann und besitze nur 10 Paar Schuhe, wovon einige schon mindestens 10 Jahre alt sind. Vielleicht habe ich zu viele männliche Hormone abbekommen, vielleicht bin ich aber auch einfach nur... 

eigenartig.  

In meinem Beruf erwarten Kunden oft... sagen wir es mal so... jemand anderen. Und dann komme ich. So. Das sorgt oft für Irritation. In meinem Beruf bin ich mit meiner Erscheinung, meinem Auftreten, meinen Überzeugungen was die Bewahrung vom Gutem angeht und der Trennung von meinem persönlichen Geschmack und der Umsetzung von Kundenwünschen eine Exotin und wirke oft sehr... 

eigenartig.

Früher fand ich es oft belastend, eigenartig zu sein, eben weil es negativ besetzt und oft genug Grund für Kritik ist und man als Kind nichts lieber möchte, als dazuzugehören und trotzdem man selbst sein zu dürfen. Abgelöst wurde dieses Gefühl in der Zeit der Abgrenzung und Positionierung als Teenager und junge Erwachsene durch Trotz und die Einstellung "jetzt erst Recht". Heute habe ich mit meiner Eigenartigkeit Frieden geschlossen, akzeptiere und respektiere es als meine Persönlichkeit - weder als Auszeichnung, noch als Makel, sondern als Ausdruck meiner persönlichen Integrität. Selbst zu respektieren wie man ist, seine Eigenarten, seine Bedürnisse, seine Grenzen, körperlich wie psychisch, privat wie beruflich, ist der erste Schritt auf dem Weg, sich bei sich selbst zuhause zu fühlen. Davor kann man kaum erwarten, sich irgendwo anders zuhause zu fühlen, oder dass die Menschen um einen herum respektieren dass man ist, wie man ist, eben...

eigenartig.  


Eigenartig.... ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein negativ besetztes Wort, wenn es auch von der wörtlichen Bedeutung her nichts anderes heisst als "eigen in seiner Art" und "vom Standard abweichend". Als Synonyme für dieses Wort gelten jedoch "sonderbar", "merkwürdig" und "eigentümlich"... die auch wiederum eher negativ besetzt sind, während die wörtliche Bedeutung eigentlich - zumindest für mich - doch positiv ist.

In unserer Gesellschaft ist es nicht gut angesehen, wenn sich jemand nicht unauffällig in die Masse einfügt und schon in der Schule ist eines der Hauptbeurteilungskriterien, wie gut sich ein Kind anpasst Wenn etwas oder jemand eine ganz eigene Art hat, also nicht so wie alle anderen, nicht uneingeschränkt kompatibel, sich nicht den Erwartungen der meisten anpassend ist, dann ist das für mich persönlich genauso positiv, wie wenn mir etwas des Merkens würdig erscheint. Interessant finde ich bei dem Wort merkwürdig, dass es laut Wiktionary aktuell bedeutet, dass etwas "Verwunderung oder aber leises Misstrauen" bewirke... wohingegen die veraltete Bedeutung "auffallend, des Merkens würdig, bemerkenswert, denkwürdig" war. Des Merkens und Denkens würdig? Sehr positiv, wie ich meine. Aber nur früher. Und warum nicht mehr heute?


Besonders skurril wird es beim Eigenartig-Synonym "sonderbar". Dessen Bedeutungssynonyme wiederum enthalten eigentlich nur negativ besetzte Begriffe, unter andem "eigenwillig". Einen eigenen Willen zu haben, also nicht unhinterfragt das zu tun, was andere/alle wollen, das gilt als negativ? Hm.
Ist mein Kopf nur seltsam gestrickt, oder beschreiben alle diese Begriffe eigentlich etwas Postives? Ich zumindest empfinde es sowohl als unverzichtbar, einen eigenen Willen, als auch eine eigene Art zu haben und wenn mir etwas des Merkens würdig erscheint, dann deshalb, weil es mich positv beeindruckt hat. Die Bloggerwelt ist für mich im positivsten Sinne voll von unglaublich eigenartigen, merkwürdigen Persönlichkeiten.  

Richtig interessant wird es bei den Gegenwörtern zu "sonderbar". Denn wenn das Gegenteil von "sonderbar" denn "gewöhnlich" und "unterschiedslos" ist, dann bitte, bitte:

Lasst uns alle eigenartig, sonderbar, eigenwillig und merkwürdig sein!

Was wäre die Welt sonst für ein trostloser Ort.
Eigenartig, sonderbar, merkwürdig, eigentümlich, denkwürdig, Erich Fried

Montag, 10. Juni 2013

Rückblick . Zweidrittel

Irgendwie habe ich mich die vergangene Woche aus dem Fokus verloren. Zwischen tausend Terminen, Angeboten, Rechnungen, vielen Nachtschichten am Schreibtisch, Geburtstagsvorbereitungen, Planungen für dies, das und noch mehr bin ich mir entglitten. Deshalb bleibt der heutige Wochenrückblick so, wie ich mich nach dieser Woche fühle: unganz.

Gegessen:  Spaghetti Aglio Olio mit viel Basilikum
Gemacht:   Gesaugnapft. Schon wieder.

Gegessen:  Bratkartoffeln mit Spiegelei und Salat
Gemacht:   Ein so schönes, so liebes Geschenk von Birgit ausgepackt und plaziert.

Gegessen:  Kürbiskernbrötchen mit Käse und Brunnenkresse
Gemacht:   Mein Wunschlieblingshaustier im Morgengrauen mit Banane gefüttert.

Gegessen:  Nudeleintopf mit viel Liebstöckel
Gemacht:   Viele Geschenke eingepackt.

Gegessen:  Spirelli mit grünem Spargel, Zuckererbsen, Frühlingszwiebeln und Ziegenfrischkäse
Gemacht:   Mich darüber gefreut, dass mein Liebstöckel unermüdlich nachtreibt, trotz Raubbau.

Gegessen:  Pochierter Lachs mit Dillgurken und Reis
Gemacht:  Beschläge angeschraubt und festgestellt, dass das Belassen der Macken richtig war.

Gegessen:  Viel zu viel Himbeer-Frischkäsetorte.
Gemacht:   Eischnee geschlagen und daraus ein Hexengesicht mit Warze geformt. Absichtlich natürlich.
Zum Glück muss man ja so oder so essen, dann gibt es zumindest das. Und ein bißchen von dem Tun abseits des Büros, weil ich das jeden Tag sowieso zu viele Stunden sehe. Meinen ganz herzlichen Dank für die vielen guten Wünsche zum jetzt schon so großen Kind und für die Wetterdaumen. Dazu wann anders mehr... ich komm gerade nicht rum ums Eck, es reicht nur für einen Nu.
Himbeer-Frischkäse-Torte, Kindergeburtstag, Geburtstagstisch, Ideen Geschenke verpacken,  Geburtstagstorte, Rückblick, Wochenrückblick, Liebstöckel
Die Idee stammt von der Fee.
Mehr Kochinspirationen gibt es  > hier bei mir und heute auch bei der Glücksmomente-Katja.