Dienstag, 7. Juli 2015

Herdentauglichkeit.

Ich bin kein Herdentier. Generell finde ich mich oft dabei wieder, genau das andere zu wollen als die meisten Menschen um mich herum. Nicht absichtlich aus diesem Grund gewählt, sondern weil meine Interessen und Bedürfnisse oft einfach nicht massenkonform sind. Das hab ich mir so nicht bewusst ausgesucht, um meinem Leben einen besonders exaltierten oder extraordinären Anstrich zu verleihen, das habe ich mit auf die Welt gebracht. Als Kind und junge Erwachsene war das Grund für viel Gegenwind, viele Selbstzweifel und viele Selbst- und Fremdversuche, mich herdentauglicher zu machen, weil es in jeder Art von Gesellschaft den Drang gibt, alle in eine Herde einzugliedern und jene zu disziplinieren, die aus der Reihe scheren. 


Ich mag keinen Lärm und keine laute Musik, viele Gerüche sind mir zutiefst zuwider, in Gedränge möchte ich um mich schlagen, auf Beschränkung meines Freiraums reagiere ich sehr unleidig, wenn viele Menschen in meiner Nähe reden, kann ich meine Gedanken nicht mehr hören, viele menschgemachte Geräusche um mich herum erschöpfen mich wie ein Marathonlauf und deshalb mag ich keine großen Menschenansammlungen. Allein im wörtlichen Sinne schwimme ich deshalb meistens gegen den Strom der Menge und bewege mich entgegengesetzt zur Herde. Ich bin am liebsten dort, wo die wenigsten, schweigsamsten Menschen sind und ihre Spuren hinterlassen haben, maximal mit den wenigen Menschen zusammen, die mir am Herzen liegen. 




Ob meine Meinung zu einem Thema der Meinung der meisten entspricht ist mir schon lange nicht mehr wichtig. Dass Gerechtigkeit und Recht ebenso wenig zusammengehören wie Macht und Menschlichkeit macht mir zu schaffen und deshalb werde ich nie einfach hinnehmen, was ich als Unrecht empfinde. Meinungen bilde ich mir nicht leichtfertig, ich denke eher zu viel nach als zu wenig und deshalb fällt es mir auch nicht schwer, dazu zu stehen. Das alles aber eben nicht um anders zu sein oder um ein Statement zu setzen, sondern weil es mir und meinem Adrenalinspiegel nicht guttut, meinen Bedürfnissen und Abneigungen ständig zuwiderzuhandeln und weil ich inzwischen einfach zu alt bin, um mich für Herdentauglichkeit selbst zu verleugnen. Um das anzuerkennen und damit Frieden zu schließen hat es viele Jahre gebraucht. Eines der weniger Vorteile am Älterwerden.

Mehr nachgefragte Positionen zu Herdentauglichkeit, Kreativität und dem Leben an sich und überhaupt findet ihr bei Andrea alias Holunder, bei der ich heute zu Gast bin.

Sonntag, 5. Juli 2015

Honig im Topf . Nichts im Kopf.

Wer an Bienen denkt, denkt automatisch an Honig. Bienen sammeln unermüdlich Nektar und produzieren daraus Honig - eigentlich als Futter für Ihr Bienenvolk. Aber weil Honig gut schmeckt und viele gesunde Inhaltsstoffe enthält, nutzen auch wir Menschen den Honig als natürliches, gesundes Lebensmittel und vergessen dabei oft, dass Bienen nicht primär unsere Honiglieferantinnen sind, sondern vor allem eine unverzichtbare Rolle bei der Bestäubung der Blumen, aber vor allem der meisten Obst- und Gemüsesorten spielen. Mehr als 1/3 unserer Lebensmittel gäbe es ohne Bienen nicht mehr, denn von all dem Obst und Gemüse, das auf unserem Speisezettel steht, bleibt außer dem Windbestäuber Getreide nicht mehr viel übrig, wenn wir all jene Pflanzen wegnehmen, die auf die Bestäubung ihrer Blüten durch Bienen angewiesen sind. 

Die Honigsammlerinnen.

Bienenhaus im Freilandmuseum Bad Windsheim.

Nach der Führung.

Die Brutpflegerinnen.
In vielen Regionen Chinas und in weiten Teilen der USA und Kanada, in denen nicht nur intensive, industrielle Landwirtschaft mit Hilfe von exzessivem Pestizid- und Herbizideinsatz betrieben wird, sondern deren Einsatz auch in Privatgärten völlig selbstverständlich ist,  ist es bereits seit Jahren Realität: die Bienen sind ausgestorben. Ausgestorben sind sie nicht wirklich, denn das legt nahe, sie hätten das alleine getan - sie wurden ausgerottet von der bornierten Dummheit und unersättlichen Gier der Landwirtschaftsindustrie und der Masse an Konsumenten, für die ein Privatgarten klinisch steril und ein Lebensmittel vor allem billig sein muss - unter Zuhilfenahme welcher Mittel es erzeugt wurde, ob es noch ein natürliches Lebensmittel oder ein Industrieprodukt ist, wie sein Lieferant bis zu seiner Nutzung gelebt hat und ob dieser auch in Zukunft noch eine Lebensgrundlage hat? Egal. 
In den USA entwickelt sich das Geschäft des Wanderimkers zu einer sicheren Quelle für Wohlstand - wo alle Insekten und damit auch die Bienen vergiftet sind und alle natürlichen Bienenweidepflanzen ebenso, müssen Farmer sich zur Blütezeit von Mandeln, Pfirsichen, Erdbeeren, Gurken und Melonen temporär Bienenvölker zur Bestäubung mieten, damit sie auch etwas ernten können. Bei 150 US Dollar Miete pro Bienenvolk und 1.000 Völkern für eine große Plantage macht das 150.000 $ für einen 2 - 4-wöchigen Einsatz. Ein lohnendes Geschäft - auch wenn 40% der Bienen dabei draufgehen, weil sie von dem pestizid- und herbizidverseuchten Wasser der Bewässerungsanlagen trinken und der dabei produzierte Honig mit eben diesen Stoffen vergiftet ist.
In China arbeiten Heerscharen menschlicher Bestäuber, um Obst und Gemüse von Menschenhand zu befruchten. Die Bienen haben wir alle vergiftet? Macht doch nichts, menschliche Arbeitskräfte gibt es genug. Gift wird weiterhin massiv gespritzt. 

Und bei uns?
Die durch Giftexposition geschwächten europäischen Bienen sind leichte Beute für die für sie fremde, aus Ostasien eingeschleppte Varroamilbe, die als Parasit die Bienenlarven so stark entkräftet, dass die Bienen entweder schon vor dem Schlupf sterben, oder aber verkrüppelt und nicht überlebensfähig sind. Das Bienensterben (oder nicht doch eher: der systematische Bienenmord?) hat in den letzten Jahren 30% aller Bienenvölker in Europa getötet, in Nordafrika bis zu 85%. Viele Obstblüten blieben im Frühling unbestäubt, weil nicht genug Bienen vorhanden sind.
Wird Honig von Ökotest auf Pestizidrückstände getestet, sieht das Ergebnis meistens erschreckend aus. Im Jahr 2014 bekamen nur sechs von neunzehn Honigen eine Verzehrempfehlung, alle anderen waren mit Pestiziden, Gentechnik und giftigen Stoffen belastet.

Fütterung für den Nachwuchs.

Voll beladen.

Wer aus einem Ei schlüpft, entscheidet die Königin - einmal von den Drohnen befruchtet, legt sie vier Jahre lang Eier nach Bedarf: unbefruchtete für männliche Drohnen, befruchtete für weibliche Bienen. Das Futter der Larven entscheidet darüber, ob eine weibliche Biene zu einer neuen Königin wird. Und die Drohnen? Die werden nach dem Hochzeitsflug als unnötige Fresser aus dem Stock geworfen und verhungern, da sie sich nicht selbst ernähren können.

Jeder natürliche Honig kristalliert nach einiger Zeit aus. Tut er das nicht, sind im künstliche Hilfsstoffe zugesetzt. Cremiger, zähflüssiger Honig entsteht durch kontinuierliches Rühren während des Kristallisationsprozesses.



Wie kann man nur eine so kurzsichtige, umwelt-, tier- und menschenverachtende Produktionspolitik betreiben, die ausschließlich und ohne Rücksicht auf Verluste auf Gewinnsteigerung ausgelegt ist? Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern? Womit ernähren wir unsere Kinder? Wie kann man allen Ernstes dem Freihandelsabkommen TTIP zustimmen, das dieser lebensverachtenden Form der Landwirtschaft auch in Europa Tür und Tor öffnet und einer Vergewaltigung der Europäer gleichkommt, was die Produktion von Lebensmitteln angeht? Wo ist die Verantwortlichkeit unserer Politiker in Brüssel? Das sind die anklagenden Fragen, die man an andere richten kann.
Und wir selbst?
Leisten wir mit unserem Kauf- und Essverhalten dieser kranken industriellen Nahrungsmittelproduktion Vorschub? Ja, tun wir offensichtlich. Wir postulieren, unsere Lebensmittel gerne natürlich, nachhaltig und ohne industrielle Zusatzstoffe haben zu wollen, lesen fleissig Hochglanzzeitschriften, die eine heile Welt zurück zur Natur anpreisen... und greifen trotzdem im Supermarkt nach dem makellosen, gespritzten Obst, dem vermeindlich billigen Honig "aus Nicht-EU-Ländern" und verspritzen Gift in unseren unkraut- und somit bienenweidefreien Hausgärten. Mitmachen und diese Entwicklung fördern, oder bewusst anders handeln? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Die Königin bei der Arbeit. Eier legen.

Biene beim Schwänzeltanz - wo gibt es die besten Blüten?



Eine Diebin im Bienenstock.
Es ist ihr nicht bekommen - sie hatte keine Chance gegen die wütenden Soldatinnen, die den Bienenstock beschützen.
Lieblingsbrotaufstrich.
Ist beim Honig regionaler Einkauf eine Kostenfrage?
Für ein 500g-Glas Lindenblütenhonig von Imker Kopelent aus Sugenheim bezahle ich direkt bei ihm 6 Euro. Für Frühjahrstrachtblütenhonig von Imker Kral aus Bräunigshof bezahle ich 5 Euro. Das sind 6, bzw. 5 Euro für die regionalen Imker-Familien Kopelent und Kral und ihre Honigproduktion, deren Bienen gleichzeitig dafür sorgen, dass Obstbäume, Wildbäume und Wiesenblumen hier bestäubt werden, so dass ich im Herbst regionale Äpfel kaufen und schöne Blumensträuße pflücken kann. Für ein 500 Gramm-Glas Lindenblütenhonig mir unbekannter Nicht-EU-Herkunft im Supermarkt bezahle ich ebenfalls 6 Euro, für 500 Gramm Blütenhonig von La...ese 5 Euro. Die Einzelhandelsspanne beträgt ca. 50 Prozent, dazu kommt die Einkaufsspanne des Importeurs/Großhändlers und der Transport durch Europa. Wieviel der 6 Euro - die für mich gleich bleiben - kommt dem Imker im Herkunftsland da wohl zugute, wie kann er dafür den Honig nachhaltig produzieren und was bringt das für den einheimischen Bienenbestand? Ich muß nicht lange überlegen, welchen Honig ich kaufe.

Die natürliche Wabe aus Wachs - Rohstoff für Kerzen, Kosmetik und vieles mehr.

Nachwuchsimker 2012.

Würzige Kräuter im Smoker beruhigen durch ihren Rauch die Bienen beim Arbeiten am Biennestock.

Süßes Gold.
Imker, Kleinkinobetreiber und Germanist Josef Kopelent erklärt bei tollen Führungen im Freilandmuseum Bad Windsheim*, warum Bienen unverzichtbar sind, wie das Leben im Bienenstock organisiert ist, warum eine Königin zur Königin wird, warum Männer im Volk die meiste Zeit überflüssig sind, warum Wespen gegen Bienen keine Chance haben, wie man Honig schleudert und was Bienen dann im Winter fressen. 
Kurzweilig, spannend, launig und absolut empfehlenswert. Wann die nächste Führung stattfindet, könnt ihr im Museum erfahren.

Dokumentationen zu diesem Thema:

GreenSeven Report 2015 - Bienen Alarm
Film: More than Honey

Petitionen gegen das Freihandelsabkommen TTIP und gegen bienengefährliche Pestizide:

Stop TTIP
Stopp TTIP und CETA!
Bayer, stopp bienengefährliche Pestizide!


verlinkt mit:
Ghislanas wildem Garten - ein Paradies für Wildbienen und andere Insekten

* Dieser Post ist, ebenso wie alle anderen über das Freilandmuseum Bad Windsheim, kein gesponserter Post, sondern eine Herzensangelegenheit.
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Samstag, 4. Juli 2015

In heaven No. 172 - Abkühlung

Ja, das wär jetzt was, oder? Ein kurzer Schauer, so ungefähr alle fünfzehn Minuten, das wäre eine wirklich willkommene Abkühlung. Leider hatten auch wir das aber diese Woche nicht, sondern bei unserem Besuch im Freilandmuseum Bad Windsheim. Da war es das genaue Gegenteil von heiß, wenn die Sonne mit ihrem Gespensterlicht am dunklen Himmel nach dem Regen auch etwas anderes suggeriert. Also schaue ich mir heute den Regenbogen an und hoffe auf ein ebensolches kleines Gewitter zur Erfrischung. Oder vier.




Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
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Donnerstag, 2. Juli 2015

Sau oder Fêve.

Unsere deutsche Sprache ist oft erschreckend unsexy. Dass viele Ausländer sich daran fast die Zunge verknoten und Deutsch als hart und uncharmant beschreiben, kann ich verstehen, seitdem ich auch andere Sprachen kenne. Vielleicht ist Sprache doch auch ein Ausdruck der Weltsicht und des Temperaments? Der Deutsche an sich gilt in der Welt per Klischee nicht gerade als besonders heißblütig, romantisch, emotional, genussfreudig, charmant oder phantasievoll und ein bisschen trifft das auch auf unsere Sprache zu. Als Kind bin ich immer wieder über das Wort "Brot" gestolpert. Hart, unsympathisch, wie ein militärischer Befehl, der keinen Widerspruch duldet - "Iss das!". Dagegen klingt "Pain", "Pane" und "Pan" wie eine sehr charmante Einladung zum Genuss... und erinnert sofort an den Hirtengott Pan - Freude an Musik, Tanz und Fröhlichkeit und unbedingt: Siesta. So liegt es womöglich auch an der uncharmanten Bezeichnung "Saubohne", dass dieses wunderbare Gemüse hierzulande so selten auf dem Markt und somit auf dem Teller landet, denn am Geschmack kann es nicht liegen - der ist in keinster Weise hart und derb, sondern ist zart und buttrig.




Dass die Saubohne in Frankreich Fêve heißt, finde ich deshalb auch angenehm harmonisch und weich und somit deutlich angemessener für diese zarte, leckere Hülsenfrucht. Wie kann man etwas, das die Natur so unglaublich geheimnisvoll, sorgfältig und vorsichtig in dicke Watte verpackt wie einen höchstzerbrechlichen Schatz nur "Saubohne" nennen. Das klingt wie ein Faustschlag in die Magengrube nach einer widerlichen Beleidigung, genauso wie Viehbohne oder Ackerbohne. Zumal die Saubohne auch gar keine Bohne ist, sondern eine Wicke aus der Familie der Schmetterlingsblütler, die ihre Blüten nachts zärtlich und schützend in Hüllblätter einwickelt. "Fava" oder "Haba" heißt sie viel sympathischer in Italien und Spanien, "Babarrun" im Baskenland,  wo sie ebenfalls wie in Frankreich nicht so verächtlich links liegen gelassen wird wie bei uns.



Noch in ihrer ledrigen Verpackung.

Gestern erklärte mir ein türkischer Gemüsehändler auf unserem Wochenmarkt, er hätte sie mehrfach angeboten, aber die Fürther wollten sie nicht kaufen, deshalb hat er sie jetzt nicht mehr. Und dabei bekomme ich doch immer so lange Zähne, wenn Micha wieder ein wunderbares Rezept  mit Fêves einstellt, die sie nicht umständlich suchen muss, weil sie einen grandiosen Gemüsegarten hat und Fêves überhaupt in Frankreich auf jedem Markt zu finden sind. Deshalb war ich umso glücklicher, dass ich sie Gestern beim türkischen Lebensmittelhändler entdeckt habe - "Bakla" heißen sie dort und ich hoffe sehr, sie sind bis in den Herbst im Sortiment. Was bin ich froh um diesen Markt - er bereichert meine Küche nicht nur um riesige Melonen, Feigen und Mirabellen, sondern auch um Süßkartoffeln, Stielmus, Melde, Erdbeerspinat, Löwenzahn, Postelein, Mizuna, büschelweise Liebstöckel, Minze, verschiedenem Basilikum und Schnittknoblauch, um Berberitzen, Sumak, Bockshornklee, Schwarzkümmel und Chilis in allen Varianten.



Und so kam es, dass ich Gestern doch Michas Rezept nachkochen konnte, klingt es doch in seiner Einfachheit und Gartenfrische genau nach meinem Geschmack. Aber wie das immer so ist bei mir, schaffte ich es bei der Zubereitung dann doch nicht, mich an die Vorgaben zu halten, sondern es wanderte doch noch dies und das mit die Pfanne und so kam geschmacklich wahrscheinlich doch ein etwas anderes Gericht dabei heraus, als aus Michas Gartenküche. Außerdem besitze ich zwar eine Pastamaschine, wie Micha sie verlost, aber ich war zu hungrig und zu faul, um die Pasta selbst herzustellen. Längerfristiges Vorplanen ist in der Küche nicht meine Stärke. 
Aber das nächste Mal, da halte ich mich dann an das Rezept...... vielleicht. ;-)


Zutaten für 2 Portionen:

250g Hartweizen-Spaghetti, 1kg Saubohnen (das meiste daran ist Verpackung), 3 Knoblauchzehen, 1 Bio-Zitrone, 1/2 Bund glatte Petersilie, ein paar Zweige Thymian, Basilikum, Parmesan, Olivenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Kerne aus den Schoten lösen, 30 Sekunden in kochendem Wasser blanchieren, eiskalt abschrecken und dann aus den ledrigen Hüllen drücken.
Die Spaghetti in reichlich Salzwasser bissfest kochen. Währenddessen die Schale der Zitrone in Zesten anziehen, den Knoblauch schälen und hacken oder in Scheiben schneiden, Thymian abrebeln, Petersilie grob schneiden. Knoblauch im Olivenöl leicht anbraten, Bohnen, Thymian und Zitronenschale dazugeben und ca. 2 Minuten schwenken und salzen. Die abgetropfen Spaghetti und die Petersilie dazugeben, nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf Tellern anrichten, mit frisch geriebenem Parmesan und Basilikum bestreuen. 
Schnelle Sommerküche nach meinem Geschmack - lecker.




Viele Jahre fiel mein Auge übrigens gar nicht auf diese Hülsenfrucht, denn ich hatte mit sechzehn Jahren ein Saubohnen-Trauma erlitten. Zu Besuch bei meinen englischen Verwandten, kamen die "broad beans" dort in einem dicken Mehlpapp mit viel Pfefferminze auf den Tisch - ungesalzen, dafür noch in der Hülle, die wie aufgeweichter, gummierter Karton am Gaumen klebte und auch so schmeckte. Ab da waren Saubohnen für mich mit einem sofortigen Würgereiz verbunden, bis ich mich dann doch mal selber daran wagte und feststellte, wie wunderbar sie schmecken, wenn man achtsam und freundlich mit ihnen umgeht. Gemüse unterscheidet sich da nicht so sehr vom Menschen.
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Dienstag, 30. Juni 2015

Junitisch . die lilalastige Wiesenpracht

Je nach Jahreszeit dominieren andere Blütenfarben in den wilden Wiesen. Sind es im Frühling Schlüsselblumen, Löwenzahn, Butterblumen und Huflattich, die zusammen mit den hier häufigen Rapsfeldern der Natur so viele gelbe Akzente geben, sind es im Frühsommer die lila blühenden Blumen, die auf den Wiesen und an den Feldrändern dominieren, bevor im Spätsommer das Gelb dann wiederkommt. Nur eine Farbe gesellt sich in jeder Jahreszeit dazu und das ist gut so: Weiß bildet den perfekten Begleiter für alle Blütenfarben und darf deshalb in jeder Jahreszeit mitspielen, nicht nur im Frühling als Schneeglöckchen, Märzenbecher, Bärlauch und Obstbaumblütenwolken, sondern auch im Frühsommer mit Holunder, Robinien und all seinen Doldenblütlern, Schafgarbe und Margeriten. Eben jene gesellten sich bei uns im Juni in einem alten Waschkrug zu Storchschnabel, Skabiosen, Glockenblumen und verschiedenen Gräsern - für eine lilalastige Juniwiese auf dem Tisch...
 






Monatstische 2015

Meine vergangenen Monatstische findet ihr auch nochmal alle  > hier
Wie immer treffen sich die 12tel-Blicksammler am Monatsende bei Tabea und die Blumenfreunde jeden Freitag bei Helga.

Sonntag, 28. Juni 2015

Tags im Museum.

Wie es abends und nachts im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim aussieht, das habe ich euch am letzten Sonntag gezeigt. Aber weil nachts durchaus manche Katze grau und vieles Schöne unsichtbar ist oder eben ganz anders erscheint, nehme ich euch heute mit auf eine kleine Museums-Runde an einem wechselhaften Tag im Juni in die dörfliche Vergangenheit der Regionen Mainfranken und Frankenhöhe. Von bedrohlichen Wolken, leichtem Regen und Gespensterlicht, bis zur strahlend goldenen Abendsonne und sternklaren Nacht war an diesem Tag alles dabei, was der Juni an Wetter zu bieten hatte und so hatte jede historische Baugruppe ihre ganz eigenen Lichtkulisse, was die Reise durch Regionen und Zeiten Richtung Museumsnacht noch eindrücklicher machte.

















Habt ihr eine Idee, woher die Inspiration für den kleinen Cottage-Garden kam? Nein, nach England mussten wir dafür nicht reisen... :-)

 Mehr Impressionen aus dem Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim findet ihr > hier.
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