Samstag, 10. Dezember 2016

In heaven No. 243 - Halo

Meistens denkt man doch, dass nur der Himmel über der weiten Fläche und Richtung Horizont bezaubernde Dinge tun kann. Dann bringt man seinen Müll weg, schaut quer über Recyclinghof und Rangierbahnhof Richtung Südstadt und bekommt eine kostenlose Vorführung der Gimmicks, die der Himmel so drauf hat, wenn er will. Kurz vor dem Verschwinden der Sonne an diesem Tag schickt er ein dramatisches Halo über die Stadt. Einer dieser Momente, in denen ich mich besonders reich beschenkt fühle. Reich, weil es außer mir niemand gesehen oder beachtet hat in der geschäftigen, städtischen Betriebsamkeit. Beschenkt, weil es mich direkt ins Herz getroffen und lächeln gemacht hat.


Ein Halo entsteht, wenn das Sonnenlicht durch Eiskristalle in den Wolken gebrochen wird und sich dadurch in seine Spektralfarben aufgliedert. Ein punktueller Eisregenbogen... sozusagen.
 

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. 
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken. 
Halo, Eisregenbogen, Himmel, Sonnenunergang, Sundown, in heaven, in the sky, Himmelsbilder, Wolkenbilder, Abendrot, Abendhimmel, Rangierbahnhof
Gewonnen!
Und hier kommt noch die Verkündung der Gewinnerin der Buchverlosung von "Alles Papier" von Sonja Egger. Auf 40 Inspirationen für DIY-Projekte aus Papier darf sich laut Zufallsgenerator Kommentar Nr. 8 aus 40 freuen: momofp2/Sabine
Liebe Sabine, da du keinen Blog und keine hinterlegte Mailadresse hast, hoffe ich, du kommst hier nachschauen. Mail mir bitte deine Adresse, damit das Buch schnellstmöglich zu dir reisen kann.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Alles Papier.

Dass Sonja Egger ein Händchen für Papier und Schere, eine schier unerschöpfliche Kreativität und ein sicheres Stilempfinden hat, dass wissen alle, die ihren Blog "ars pro toto" regelmäßig lesen. Wo man grade noch gedacht hat, im Bereich Basteln mit Papier hätte man schon alles gesehen, fällt ihr immer wieder etwas Neues ein. Die treffsicheren Illustrationen ihrer Papierarbeiten verraten ihren Hauptberuf als Illustratorin zahlreicher Kindbücher und ihre phantasievollen Scherenschnitte, die ich persönlich ganz besonders bewundere, sind so filigran und berührend, dass man sich ihnen nicht entziehen kann - wohl wissend, dass man das selber nie so hinkriegen würde. Deshalb habe ich mich auch gefreut, dass ich in ihrem neuen Buch "Alles Papier" die Vorlage für einen einfachen Scherenschnitt als Klappkarte gefunden habe, der die Architektur als mein Metier mit ihrer Papierkunst verbindet und den ich auch als Semigrobmotoriker umsetzen konnte.



Nach der schönen Weihnachtsschachtel, die ich euch am Dienstag gezeigt habe, entstanden so nach Sonjas Anleitung und ein bisschen Herumprobieren mit dem richtigen Vergrößerungsfaktor zwei Klappkarten in unterschiedlicher Größe, die jetzt unser Bücherregal weihnachtlich beleuchten. Eine kleine, nächtliche Winterstadt. O.K.... Stadtteil.

Das Buch macht Freude beim Durchblättern. Es liefert nicht nur 40 Papierprojekte mit den entsprechenden Anleitungen und Druckvorlagen, die sich aufgrund der guten Erklärungen leicht nachbasteln lassen, sondern auch das notwendige Basiswissen über Papier, Verarbeitungstechniken, Bearbeitungswerkzeuge sowie über  Falz-, Schneide- und Klebetechniken, um das Material und die Anleitungen auch zu verstehen. 
Welche Papiersorten gibt es und für was kann ich sie verwenden? Was ist eine Berg- und eine Talfalte und wie wird das auf der Faltanleitung dargestellt? Wie finde ich die Papierwalzrichtung heraus? Welches Schneidwerkzeug verwende ich für was? Wie stelle ich Papmachée her? Wie fertige ich selbst einen Stempel an? All diese Fragen rund um das Arbeiten mit Papier und noch viele Dinge mehr werden in diesem Buch beantwortet.

Am Ende findet sich neben den Druckvorlagen und einer Sammlung schöner Musterpapiere zum Heraustrennen und direkt Losbasteln auch eine Übersicht, die den Schwierigkeitsgrad und die Herstellungsdauer der verschiedenen Projekte bewertet, so dass sich jeder die zu seiner Geschicklichkeit und Geduld passenden Ideen zum Nachbasteln aussuchen kann. Bei den beiden Vorschlägen, die ich nachgebastelt habe, kommen diese Angaben sehr gut hin.



Ein Adventskranz aus Karton zum Mitnehmen, ein Ring aus alten Büchern, Masken für Eier und Menschen, Faltmappen und Leporellos, Verpackungen und Leuchtobjekte, Papierblätter als Magnete oder ein einzigartiges Geschmeide aus vergoldetem Karton - eine Wundertüte voller Ideen rund um den Werkstoff Papier findet sich in diesem Buch und liefert neben der Möglichkeit des exakten Nachbastelns anhand der Druckvorlagen auch Inspiration die Ideen weiterzuspinnen, die Techniken zu übertragen und für andere Projekte anzuwenden.

Ein durch und durch empfehlenswertes Buch, hochwertig gedruckt und aufbereitet. Dass da viel Ideen, Zeit und Herzblut drinstecken, ist deutlich erkennbar. 
Verbesserungswürdig finde ich allein die Vorlagen, die sehr dicht zur Bindung gedruckt und schwierig verzerrungsfrei zu scannen oder größer zu kopieren sind, ohne das Buch zu beschädigen. Die Vorlagen heraustrennbar zu machen, oder als Schnittmusterbogen hinten im Buch in einem Einstecker zu verwahren, wäre mein Vorschlag für die nächste Auflage.

"Alles aus Papier" von Sonja Egger ist 2016 im Schweizer Haupt Verlag erschienen.
Meine Empfehlung als Weihnachtsgeschenk für alle , die gerne mit Papier hantieren.. am besten für euch selbst. :-)
Eine Verlinkung zu irgendwelchen Online-Buchbestellportalen füge ich hier nicht ein - ich würde mich freuen, wenn ihr es bei Interesse in eurem örtlichen Buchhandel kauft. Wenn es nicht vorrätig ist, wird es sicherlich gerne kurzfristig für euch bestellt.

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Und weil Sonja nicht nur kreativ, sondern auch nett ist, hat sie mir ein Exemplar ihres Buches zur Verfügung gestellt, dass ich an euch verlosen darf.
Wer also bis Morgen Abend, Freitag, 9. Dezember hier kommentiert und seinen Gewinnwillen kund tut, der kommt in den Lostopf und kann mit etwas Glück das Buch bereits Anfang kommender Woche in Händen halten und losbasteln. Die glückliche Gewinnerin gebe ich am Samstag bekannt.
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Dienstag, 6. Dezember 2016

Alte Schachtel . Neue Schachtel

Wir sind eine Familie, in der traditionell sehr gerne Socken verschenkt werden. Oder Sachen aus recycelten Strickpullovern. Essbare Geschenke. Generell wechseln bei uns sehr viele selbstgemachte Dinge den Besitzer und diese haben natürlich keine Verkaufsverpackung und sind selten rechteckig - wo ich doch blöderweise nur rechteckige Sachen wirklich hübsch verpacken kann. Diese Tatsache führt zu einem ständigen Bedarf an hübschen Schachteln und Kartons... weshalb ich immer wieder im Lauf des Jahres Kartons aufhebe, sie dann irgendwann entnervt wegwerfe (wenn kein Adventskalender daraus wird natürlich), weil sie doch alle die falsche Größe oder dämliche Aufdrucke haben und mir schwöre, keine Schachteln mehr zu sammeln. Zum Glück gibt es ja aber für kleinere Dinge die Möglichkeit, sich selbst eine passende Schachtel zu falten. Also wird hier, vor allem kurz vor Weihnachten, auch ziemlich viel gefaltet. Diverse Schachteln habe ich schon hergestellt, sogar in die Massenproduktion bin ich temporär eingestiegen, aber... irgendwann werden die alten, bekannten Schachteln auch langweilig. Neue Ideen für neue Schachteln mussten her, denn Weihnachten naht mit großen Schritten und auch die diesjährigen Kleinode wollen schließlich nett verpackt werden...




Unter unserem Weihnachtsbaum geht es eher unbunt zu - ich mag es nicht so, wenn die Geschenkverpackungen dem Baum die Show stehlen oder sich farblich mit dem Baumschmuck beißen. Jeder hat so seine eigenen inneren Monks. Dafür dürfen die Verpackungen aber trotzdem schön sein - und diese Schachtel ist wie gemacht für einen Platz unter unserem Weihnachtsbaum.

Schnur drumrum, Glöckchen dran, Bimmelimmelimm.




Die Idee für diese zweiteilige Schachtel sowie die Faltvorlage entstammen dem neuen Buch "Alles Papier" von Sonja Egger (alias ars pro toto) - der Grand Dame im Bereich moderne, puristische Schere-Blatt-Papier-Kunst, die uns schon so oft bezaubert hat mit ihren schönen Kreationen und Illustrationen.

Die exakte Vorlage wird eingescannt, auf Wunschgröße vergrößert (hier auf DIN A4), in zwei Teilen auf entsprechend dicken Papier (hier Fotokarton) ausgedruckt, ausgeschnitten, gefalzt, geknickt und zusammengeklebt - nur gekauft ist einfacher.




Wer auch gerne Schachteln faltet, Scherenschnitte macht, mit Pappmachée rummatscht, einfach gerne mit Papier arbeitet, der darf gerne am Donnerstag nochmal vorbeischauen, denn da stelle ich Sonjas Buch "Alles Papier" ausführlich vor und Ihr könnt auch eine Ausgabe davon gewinnen.

Verlinkt mit:
Creadienstag
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Sonntag, 4. Dezember 2016

Neun Köpfe und neun Uhren.

Die Namen von Bergen lassen sich oft aufgrund ihres Standorts oder Aussehens ganz gut erklären. Weißhorn und Zuckerhütl bekamen ihren Namen sicherlich aufgrund der meistens schneebedeckten Gipfel, der Dachstein sieht wirklich aus die ein buckliges Scheunendach, am Regenstein verfangen sich womöglich gerne die Regenwolken, um sich auszuschütten und die Alpspitze ist eben die Spitze, die über die Alpen hinausragt. Wie aber erklärt sich ein Knorrkogel, ein Mutennock, ein Pluderling, ein Schinagl, ein Quirl, ein Tschorn, ein Fallmetzer und ein Zinsnock? Denn auch wenn diese Namen klingen wie eine fantasievolle bayerische Schimpfwortkanonade, handelt es sich dabei doch um Berggipfel in den Alpen. Bisweilen entstehen Namen so wohl auch einfach, weil im Lauf der Jahre offensichtlich bei der Flüsterpost genuschelt wurde oder jemand eine unleserliche Schrift hatte. 








So hat das Neunerköpfle in den Allgäuer Alpen auf dem Boden des österreichischen Bundeslandes Tirol gar keine neun Köpfe, wie es der Name vermuten lassen würde, sondern nur einen. Als Herr Köhler 1889 in einer Zeitschrift des deutsch-österreichischen Alpenvereins vorschlug, den Berg doch Neunuhrköpfle zu nennen, weil von Tannheim aus gesehen die Sonne um 9 Uhr über dem Gipfel steht, da hat irgendjemand das wohl nuschelig vorgelesen oder falsch abgeschrieben. Kommt vor. Deshalb heißt das Neunerköpfle jetzt eben Neunerköpfle und nicht Neunuhrköpfle, obwohl es gar keine neun Köpfe hat. Auch keine kleinen. Ehrlichgesagt reicht es mir aber auch völlig, einen einzigen Gipfel pro Tag zu besteigen... vor allem, wenn er in der Nacht zuvor so schön frisch geweißt worden ist.








Während das Wasser unten im Tal in der Nacht in flüssiger Form und reichlich angekommen war, hatte es sich um die obersten Alpen und Gipfel der umliegenden Berge in der gefrorener Version wie ein Mantel gelegt. Die Sonne gab am Vormittag alles, um die Schneewolken zu verdampfen und die Rundumsicht freizulegen. Während wir uns von der Bergstation der Gondel durch den Schnee zum Gipfel des Neunerköpfle emporarbeiteten, schaffte sie das auch glücklicherweise genau in dem Augenblick, als wir das Gipfelkreuz erreichten. Ihre Kraft reichte nicht, um den frierenden Jesus aufzutauen, aber sie schenkte uns zumindest eine Teilsicht auf die umliegenden Gipfel und wärmte uns kurzzeitig das Gesicht.





Ein nicht andauerndes Sichtvergnügen, denn der Himmel zog wieder zu, die Temperaturen fielen schlagartig und der Schnee verwandelte sich auf den Steigungen stellenweise in Glatteis, was meine Kehrseite schmerzhaft zu spüren bekam. Die Wolken erwiesen sich schließlich als hartnäckiger und hüllten unseren Weg zurück wieder in dichten Nebel. Trotzdem war die Sicht noch gut genug, um mein Inkognito beim Heruntereiern der glatten Treppen zu lüften - denn wenn ich mit viel gerechnet hätte, aber nicht damit, dass mich jemand im vermummten Zustand auf einem kleinen österreichischen Berg im Novembernebel anhand meines Profilbildes erkennt. Sachen gibts. Mein Sohn hält mich jetzt irritiert für irgendwie berühmt und ich weiß jetzt auch, wie Melanie alias "Meine grüne Wiese" aussieht - damit ich sie beim nächsten Zusammentreffen auf einem Allgäuer Berg dann auch erkennen kann. :-)





Gut gelüftet, gerollerfässlet, weiß paniert und schneebeseelt ging es nach 4 Stunden auf dem Berg wieder zurück ins grüne Tal - als wäre der Winter gar nicht passiert... 
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