In heaven

Schon als Kind konnte ich stundenlang auf dem Rücken im Gras liegen, dem Zirpen der Insekten lauschen und den ziehenden Wolken über mir zusehen. Wolkentiere raten, die verwischten, streifigen weiterwünschen und auf die scharfgezeichneten Wolkenberge warten, die immer so aussehen, als könnte man sie greifen und einafach abpflücken vom Himmel. Nachts den Mann im Mond suchen und die Sterne zählen, wieder und wieder von Neuem beginnen, weil man ebenso hätte versuchen können, die Sandkörner am Strand zu zählen. Herzrasen bekam ich vor Aufregung, wenn ein aufziehendes Gewitter bedrohlich dunkle Wolkenberge dort oben zusammenschob, um dann die Schleusen zu öffnen, die Welt unter lautem Theaterdonner zu fluten und anschließend in Herzhupfer machendes Gespensterlicht zu tauchen, wenn die zurückkehrende Sonne den bleigrauen Himmel unwirklich anstrahlte, einen Bogen über den Himmel spannte und die Erde zum Dampfen und Duften brachte. Erde und Gehweg nach einem Sommergewitter... ein Geruch, so fest eingebrannt in meinem Kopf, dass ich ihn jederzeit auch ohne Wolken abrufen kann. Petrichor.
Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich jeden Samstag auf meinem Blog eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 


In heaven